Stadt bekommt nach sieben Jahren Station im Forstfeld

Wetterprognosen gibt es nun wieder aus Kassel

Sonnenschirme auf dem Balkon
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Wird es sonnig in Kassel? Das wird eine neue Station bald verraten.

Seit 2013 gab es für Wetterprognosen keine Werte mehr aus dem Stadtgebiet Kassel. Das wird sich bald wieder ändern.

Im Stadtteil Forstfeld wird in diesen Tagen eine neue Wetterstation in Betrieb genommen – auf dem Gelände einer Wassergewinnung der Städtischen Werke. 30 Meter wird sie dann dort in den Himmel ragen.

Der alte Standort an der Heinrich-Schütz-Allee hatte nicht mehr den geforderten meteorologischen Kriterien entsprochen und war daher vor sieben Jahren aufgegeben worden. Meteorologen mussten sich seitdem bei ihren Prognosen auf die umliegenden Stationen in Schauenburg-Elgershausen, am Kassel Airport in Calden und in Fritzlar verlassen, was schon damals für Kritik gesorgt hatte. Die Initiative für die eigene Kasseler Wetterstation ging jetzt von den Städtischen Werken aus.

Der Grund: Auch sie profitieren von den Daten. „Gerade in der Fernwärmeversorgung benötigen wir exakte Prognosedaten, um zum richtigen Zeitpunkt die richtige Fernwärmemenge zur Verfügung zu haben. Doch die Wetterdaten aus Schauenburg waren nicht gut auf Kassel übertragbar“, sagt Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke und Geschäftsführer der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV). Gerade in Zeiten des Klimawandels würden Wetterprognosen immer wichtiger.

Die Station liefert bereits jetzt Wetterdaten. Zur Vorhersage genutzt werden können sie aber erst in 18 Monaten. In der Zwischenzeit wird die Wetterstation kalibriert, sie lernt quasi ihre Umgebung kennen. Sven Plöger, Diplom-Meteorologe und Wettermoderator in der ARD, ist von der Lage der Wetterstation angetan: „Im städtischen Bereich sind diese Anforderungen nur schwer einzuhalten.“ Plöger beschreibt das Gelände als „einen der besten Standorte in Deutschland zur Messung von Stadtklima“.

Die neue Wetterstation bietet der KVV weitere Vorteile. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft kann so besonders im Winter die Verkehrssituation besser einschätzen und beispielsweise Weichenheizungen eingeschalten. Aber auch die Feuerwehr oder der Streudienst können auf die Wetterdaten zugreifen.

Für Privatpersonen planen die Städtischen Werke zudem, die Wetterdaten auch auf ihrer Website zu veröffentlichen. (Von Kathrin Meyer)

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