Ärger in der Heinrich-Steul-Siedlung

Eingang weg: Nach Bauarbeiten können Mieter nur durch das Nachbarhaus in ihre Wohnung

Und plötzlich war die Rampe weg: Um in ihre Wohnungen zu kommen, müssen die Mieter aktuell entweder den Hintereingang des Hauses oder den Eingang des Nachbarhauses nutzen.
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Und plötzlich war die Rampe weg: Um in ihre Wohnungen zu kommen, müssen die Mieter aktuell entweder den Hintereingang des Hauses oder den Eingang des Nachbarhauses nutzen.

Was ist denn da los? Wegen Bauarbeiten können Mieter in Kassel-Forstfeld derzeit nur über das Nachbargebäude in ihre Wohnungen gelangen.

Kassel – Seit 2013 wird das „Weiße Schloss“, wie der Hochhauskomplex der Heinrich-Steul-Siedlung in Kassel-Forstfeld liebevoll genannt wird, saniert. An Dreck und Baulärm hat man sich mittlerweile gewöhnt, dass man einen Eingang aber regelrecht suchen muss, ist dann doch eher ungewöhnlich.

Ein Großteil der Häuserfassade erstrahlt mittlerweile mit neuem weißen Putz. Die alten Faserzementplatten sind größtenteils schon entfernt worden. Eines der Häuser, die im letzten Abschnitt saniert werden, ist das Haus Nummer 27. Anders als andere Bereiche des Hochhauskomplexes hatte die Nummer 27 eine Rampe, um einen barrierefreien Zugang zu der gut zwei Meter höher liegenden Haustür zu ermöglichen – bis vergangene Woche. Dann nämlich war die Rampe plötzlich weg. Die Briefkästen notdürftig ausgebaut und vor die Haustür gestellt. Eine Information an die Mieter gab es nicht.

Das alte Klingelfeld funktioniert zwar weiterhin, ist allerdings in mehr als zwei Metern Höhe von außen nicht zu betätigen. Um ihre Wohnungen zu erreichen, müssen Bewohner jetzt entweder den unbeleuchteten und unwegsamen Hintereingang über die Baustelle auf der Hausrückseite durch den Keller nutzen oder aber durch die Eingangstür des Nachbarhauses und von dort durch den gemeinsamen Kellergang gehen. Mit Rollator oder Kinderwagen nahezu eine Unmöglichkeit.

Ausgang gesperrt: „Bitte Hinterausgang benutzen“ steht an der Tür von innen. Die Klingelknöpfe erreicht man durch die Scheibe. Sie funktionieren noch.

Diese Abkürzung ist allerdings eh nur dann möglich, wenn die Nachbarn ihre Haustür und den Kellerdurchgang geöffnet lassen. „Früher passten unsere Schlüssel im Nachbarhaus, aber das ist jetzt nicht mehr der Fall“, schildert eine Anwohnerin das Dilemma.

Wenn Besuch kommt, könne man dem Bescheid sagen, wie er jetzt ins Haus kommt. Nur zuletzt hätten suchende Postboten und Pflegedienstmitarbeiter vor der Tür gestanden und nicht gewusst, wie sie ins Haus kommen. Von innen gibt es an der Haustür lediglich einen Aushang, auf dem steht: „Ausgang gesperrt. Bitte Hinterausgang benutzen.“

Aber wer vor der Tür steht, der ahnt ja nicht, dass er ins Nachbarhaus muss, um ein Paket in der entsprechenden Wohnung der Hausnummer 27 abzugeben. „Man möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn hier Feuerwehr oder Krankenwagen anrücken müssen“, gibt eine Bewohnerin zu bedenken. „Die haben ja gar keine Zeit zu suchen, wo sie hinmüssen.“

Das sagt die GWG

Die Beschwerden der Bewohner sind berechtigt, räumt die GWG ein. Ursache für die Beeinträchtigungen seien Verzögerungen bei Erdarbeiten gewesen, die aufgrund des intensiven, anhaltenden Regens nicht in dem von uns vorgegebenen Zeitrahmen durchgeführt wurden. Die Bodenarbeiten seien wiederum Voraussetzung für die Montage der Klingelanlage gewesen, deren Umsetzung sich dann ebenfalls verzögerte. Diese Situation entwickelte sich nach Angaben der GWG im Laufe des Freitagnachmittags und wurde dann am Montag festgestellt. Leider habe die ausführende Firma es versäumt, wie in solchen Fällen üblich, die Bewohner durch Aushänge entsprechend zu informieren. „Ich bedauere, dass es zu diesen Beeinträchtigungen gekommen ist. Wir haben aktuell alles getan, um die Situation zu kompensieren. Das Provisorium ist zeitlich auf ein Minimum begrenzt“, erklärte GWG-Geschäftsführer Peter Ley. (Kathrin Meyer)

Kürzlich hatte in Kassel ein Mieter der Vonovia ausgepackt: „Haben mich wie einen Idioten behandelt“.

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