Anwohner sind verärgert über unterschiedliche Regelungen bei Abfallabfuhr

Stadtreiniger holen neue Gelbe Tonnen nicht vom Grundstück

Hier stand ihre Gelbe Tonne zur Abholung: Weil Petra und Hermann Horch sie aber hinter das offene Gartentor gestellt hatten und nicht auf den Gehweg, wurde sie nicht geleert.
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Hier stand ihre Gelbe Tonne zur Abholung: Weil Petra und Hermann Horch sie aber hinter das offene Gartentor gestellt hatten und nicht auf den Gehweg, wurde sie nicht geleert.

Hermann Horch war ziemlich sauer. Als der Bewohner des Stadtteils Forstfeld vergangene Woche seine neue Gelbe Tonne pünktlich zum Abholtag unmittelbar an den Bürgersteig gestellt hatte, wurde sie nicht von den Stadtreinigern geleert. Das Problem war: Die Tonne stand hinter einem Gartentor, das allerdings nicht abgeschlossen war.

Kassel - Es könne doch kein Problem sein, das Türchen zu öffnen, um an die Gelbe Tonne zu kommen, findet Horch. Schließlich habe er die Tonne extra von ihrem Standplatz an den Bürgersteig gestellt. „Ich habe sie absichtlich nicht auf den Bürgersteig gestellt, weil sie dort ja im Weg ist“, sagt der Kasseler. Die Gelben Säcke habe er auch immer auf sein Grundstück, unmittelbar hinter die Tür gelegt. Da sei die Abholung nie ein Problem gewesen. Horch fragt sich, welche versicherungsrechtlichen Konsequenzen es möglicherweise habe, wenn es durch die Versperrung des Bürgersteigs zu Unfällen komme. „Schließlich steht die Tonne so lange auf dem Bürgersteig, bis wir abends von der Arbeit nach Hause kommen.“

Besonders ärgert den Kasseler, dass es für die verschiedenen Abfalltonnen unterschiedliche Abholregelungen bei den Stadtreinigern gibt. Während die Müllwerker Restmüll-, Papier- und Biomülltonne im sogenannten Vollservice vom Grundstück holen und auch wieder zurückstellen, muss die Gelbe Tonne am Abholtag von den Bewohnern selbst an die Straße gestellt werden. Andernfalls wird sie nicht geleert – Ausnahmen gibt es nur für die großen 770-Liter- und 1100-Liter-Behälter.

Der Betriebsleiter der Stadtreiniger, Dirk Lange, hätte sich die Situation auch anders gewünscht. So hätte man den Vollservice auch gern für die Gelbe Tonne angeboten. „Nur leider akzeptieren die Dualen Systeme als Auftraggeber dies nicht. Für Unmut darüber haben die Stadtreiniger Verständnis, aber nur die Dualen Systeme hätten die Möglichkeit, den Vollservice zuzulassen. Deshalb müssen die Nutzer den 240-Liter-Behälter selbst zur Leerung bereitstellen.“

Die Gelbe Tonne müsse bis 6 Uhr morgens am Abfuhrtag am Fahrbahnrand bereitgestellt und nach der Leerung im Laufe des Tages zurückgestellt werden. „Grundsätzlich sind wir uns der Tatsache bewusst, dass vereinzelt räumliche Konfliktsituationen auftreten können und versuchen, dies fallbezogen zu prüfen und Abhilfe zu schaffen“, so Lange. Man bitte aber um Verständnis, dass dies etwas dauern kann – da man sich in der Aufstellphase und einer Pandemie befindet und die Feiertage bevorstehen.

Bis Ende Januar wollen die Stadteiniger alle Haushalte mit Gelben Tonnen versorgen. Wer auf seinem Grundstück keinen Platz für die Tonne habe, könne ab Ende Januar eine Nachbarschaftstonne beantragen und sich einen Behälter mit seinem Nachbarn teilen.

Zudem überlegten die Stadtreiniger derzeit, ob sie nicht gegen ein kleines Entgelt den Vollservice auch für die Gelbe Tonne anbieten, so Lange. Darüber werde aber noch beraten. (Bastian Ludwig)

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