Fotobuchfestival

3000 Besucher erwartet: Fotokunst zieht Fans an

Bücher im Blick: Auf unserem Foto betrachtet (vorne links) Jim Reed ein Buch am Stand von Michael Kominek aus Berlin. Foto: Koch

Kassel. In der documenta-Halle ist die Dichte der Gäste mit Kameras zurzeit besonders hoch. Es sind keine kleinen Touristen-Knipsen zu sehen, sondern ausschließlich wertvolle und seltene Fotoapparate. Schnell kommt man ins Gespräch: über Fotos.

Zum fünften Mal findet in Kassel das renommierte Internationale Fotobuchfestival statt. Vergangenes Jahr musste Festivalleiter Dieter Neubert wegen der documenta 13 aus der documenta-Halle weichen – und ging mit der Schau nach Paris. An diesem Wochenende ist die internationale Fotobuch-Kunstwelt also wieder in Kassel versammelt.

„Das Fotobuchfestival ist eine großartige Kontaktbörse.“

Lesen Sie auch:

Fotobuchfestival: Der ungeschönte Blick von Daido Moriyama

Viele der 3000 Gäste, die bis einschließlich Sonntag erwartet werden, kennen sich. Man ist eine Gemeinschaft der leidenschaftlichen Foto-Fans, klar dass sich die Gruppen Künstler, Verleger und Sammler stark überschneiden. „Das Fotobuchfestival ist eine großartige Kontaktbörse, es geht gar nicht vordergründigums Verkaufen“, sagt Sigi Sander aus Kassel, der mit seiner Galerie multiple box in Hamburg ansässig ist. Sein Standnachbar, der Kasseler Antiquar und Verleger Winfried Jenior, sieht das genauso. „Ich bin von Anfang an dabei, seitdem es in der Kunsthochschule stattfand und Fotofrühling hieß.“

Heute herrscht in der documenta-Halle soweit das Auge reicht Internationalität vor. Vor dem Eingang empfängt den Besucher die finnische Künstlergruppe Maanantai-Collectiv. Tanja Koljonen präsentiert das experimentelle Buch „Nine nameless mountains“. Besucher Francisco Degrossi, ein Argentinier, hat eine Schwäche für japanische Ästhetik. Auch er ist gekommen, um den großen Meister Daido Moriyama zu treffen. Seinem immensen Werk sind hier mehrere Ausstellungen gewidmet. Viele Festivalbesucher lassen sich von dem 75-jährigen Star aus Tokio Bücher signieren, wollen ihn fotografieren. Es wird gefachsimpelt: über Drucktechniken, Auflagen und körnige Schwarzweiß-Fotografie, die das Markenzeichen Moriyamas ist. „Wie finden das eigentlich junge Leute?“ fragt ein Besucher die Fotografin und Verlegerin Lena Grass aus Berlin. „Schwarzweiß spricht mich stark an“, antwortet sie.

Wie es sich für ein Festival gehört, werden bis Sonntagabend auch Preise, der „Dummy Award“ und der „Experts Best“, verliehen.

Von Christina Hein

Bilder vom Fotobuchfestival

Fotobuchfestival in der documenta-Halle

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.