Historisches Gebäude musste vor 60 Jahren weichen

Rumms, da war das Parkschlösschen weg - Fotos von Sprengung aufgetaucht

Staubwolke nach dem großen Knall: Mitte der 1950er-Jahre hat Manfred Tolkmitt diese Aufnahmen gemacht. Der Anwalt wohnte mit seiner Familie in der Nähe der Stadthalle. Fotos:   privat/nh

Kassel. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Parkschlösschen im damaligen Hohenzollernviertel (heute Vorderer Westen) ein beliebtes Ausflugslokal. Den Krieg hat es ohne größere Schäden überstanden, aber Mitte der 1950er-Jahre kam trotzdem das Ende für den stattlichen Klinkerbau.

Aus dem Nachlass des Kasseler Anwalts und Notars Manfred Tolkmitt (Jahrgang 1905) stammen die spektakulären Fotos von der Sprengung des Gebäudes. Es musste damals dem Neubau des Wintershall-Verwaltungsgebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße weichen. Das Haus zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und dem Stadthallengarten stand im Weg.

Tolkmitts Tochter Brigitte und ihr Mann Klaus Zimmermann haben der HNA die Fotos zur Verfügung gestellt. „Ich erinnere mich noch gut an den Drogerieladen im Erdgeschoss“, sagt Brigitte Zimmermann, geborene Tolkmitt. Zusammen mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft habe sie sich regelmäßig Süßigkeiten in dem Laden geholt. Der Inhaber, ein freundlicher Herr, habe alle Kinder Püppchen genannt. Im Gegenzug sei das der Spitzname für ihn gewesen.

Manfred Tolkmitt, der mit seiner Familie in der Nähe wohnte, hat die Fotos übrigens mit einer Kodak Retina gemacht. Sein Schwiegersohn hat den zerkratzten Kleinbildfilm digitalisiert, aber nicht weiter bearbeitet. Die Kratzer gehören einfach dazu.

Von Thomas Siemon

Aufnahmen von der Sprengung des Parkschlösschens aufgetaucht

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