Fragen und Antworten

Wann und wie sind Mieterhöhungen erlaubt?

Kassel. In Kassel ziehen die Mieten kräftig an. Laut dem Wohnungsportal Immonet sind unmöbellierte Wohnungen in Kassel im Schnitt zum Vorjahr gut 15 Prozent teurer geworden. Wann und in welchen Schritten darf ein Vermieter die Mieten erhöhen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In welchen Zeitabständen dürfen Mieten erhöht werden?

Gibt es eine Obergrenze für Mieterhöhungen?

Bei bestehenden Verträgen darf der Betrag nach der Erhöhung nicht über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Wenn der Vermieter also den Quadratmeterpreis von 5,50 auf sechs Euro erhöhen will, muss er nachweisen, dass ähnliche Wohnungen in der Nähe gleich viel kosten. Das kann er mithilfe eines Sachverständigen tun. Bindende Vergleichswerte bietet auch ein qualifizierter Mietspiegel. In Kassel gibt es den allerdings nicht.

Gilt diese Regelung auch für neuabgeschlossene Mietverträge?

Nein. Bei neuen Verträgen darf die Miete 20 Prozent über den Vergleichswerten liegen. Wenn keine Wohnungsknappheit herrscht, sogar noch mehr.

Gibt es eine Möglichkeit, mich als Mieter gegen eine Erhöhung zu wehren?

Grundsätzlich ist eine Mieterhöhung nur wirksam, wenn der Mieter zustimmt. Liegt die Miete eines bestehenden Vertrags nach der Erhöhung nicht über der Spanne ortsüblicher Vergleichsmieten, muss der Mieter zustimmen. Tut er das nicht, kann der Vermieter sein Recht auf Mieterhöhung einklagen.

Darf der Vermieter nach Bauarbeiten die Miete erhöhen?

Wenn der Wohnwert maßgeblich verbessert wurde, weil der Mieter durch die Arbeiten beispielsweise weniger für das Heizen zahlt, dürfen elf Prozent auf die Jahresnettomiete umgelegt werden. Diese Erhöhung muss allerdings schon vor Baubeginn angekündigt werden. Für Instandsetzungsarbeiten muss der Vermieter allerdings allein aufkommen.

Von Juri Auel

Rubriklistenbild: © dpa

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