60 Jahre Kasseler Stadtverordnetensaal - Saniert wird vorerst nicht

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Politik unter Kronleuchtern: Unser Foto zeigt die letzte Stadtverordnetensitzung im alten Saal im Dezember 1933. Anschließend galt das Führerprinzip. Der Saal wurde 1943 zerstört.

Kassel. Vorerst wird es keine Sanierung Stadtverordnetensaals im Rathaus geben. Obwohl viele Parlamentarier ihren Unmut über den Zustand äußern, sind die Fraktionen wegen der städtischen Schulden zurückhaltend, Geld für die eigene Arbeitsatmosphäre auszugeben. Nur die FDP spricht sich offen dafür aus.

Die Sanierungskosten für den vor 60 Jahren eingerichteten Saal sind mit zwei Mio. Euro kalkuliert worden.

Im Januar 1952 wurde der im Krieg zerstörte Stadtverordnetensaal im Kasseler Rathaus wiedereröffnet. Seitdem gab es dort keine größeren Instandsetzungsarbeiten, und auch das alte Mobiliar steht noch. Dabei hatten die Fraktionen bereits 2005 und 2007 über eine Sanierung diskutiert. Seinerzeit wurde das Projekt auf Eis gelegt, weil es wegen der Haushaltslage als schwer vermittelbar galt. Keine Fraktion war bereit, an anderer Stelle im Haushalt zu kürzen.

Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) sieht dringenden Handlungsbedarf. Vor allem Möbel und Boden müssten modernisiert werden. Zudem fehle es an Klima- und Medientechnik. Während sich die FDP für eine vollständige Sanierung ausspricht, fordern die Grünen eine Modernisierung in kleinen Schritten. Aus SPD und CDU heißt es, dass eine Sanierung zwar überfällig sei, aber die Prioritäten für Investitionen zunächst anders gesetzt werden müssten.

Der Saal wird neben der monatlichen Stadtverordnetensitzung auch für andere Anlässe genutzt. (bal)

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