Auch Kassel wird nachziehen

Frankfurt erhöht Parkgebühren um 50 Prozent

Frankfurt/Kassel. In Frankfurt sollen die Gebühren für das Parken am Straßenrand und auf Plätzen ab 1. Januar um 50 Prozent erhöht werden. Das hat der Magistrat am Freitag beschlossen. Andere Städte in Hessen haben das vorgemacht und die Parkgebühren längst angehoben. Auch Kassel wird nachziehen.

Kassel plant noch eine Anpassung: Die Stadt hat die Parkgebühren als willkommene Einnahmequelle für sich entdeckt. "Wir sind dabei, die Gebührensatzung zu überarbeiten", berichtet Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt. Kassel sei im Konsolidierungsprogramm des Landes Hessen und müsse deshalb bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. „Da ist eine Maßnahme die Erhöhung der Parkgebühren", sagt er. Aktuell kostet eine Stunde Parken im Zentrum einen Euro, drei Stunden vier Euro. Andere hessische Städte haben die Gebühren längst angepasst.

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„Wenn ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann fahre ich lieber gleich ins Parkhaus, statt eine Viertelstunde lang einen Parkplatz zu suchen und dann Hunderte Meter weit zu laufen“, sagt Heiko Kleinsteuber, Mitarbeiter des Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne).

Die Autofahrer in der Mainmetropole sollen es ihm ab dem 1. Januar gleich tun und ebenfalls ins Parkhaus fahren - zumindest, wenn es nach Magistrat geht. Anfang Dezember muss die Stadtverordnetenversammlung noch darüber abstimmen. „Wir haben in der Innenstadt rund 3500 normale Parkplätze, in Parkhäusern aber etwa 10 400“, erklärt Kleinsteuber. Deshalb habe sich die Stadtverwaltung gefragt: Wie lange dauert Kurzzeitparken wirklich? „Wer nur kurz eine Zeitung kauft, braucht maximal zwanzig Minuten“, sagt der Verkehrsexperte. Aus diesem Grund sollen die „Gebührenzeitintervalle“ von 30 auf 20 Minuten verkürzt werden. Für alle, die einen längeren Einkauf planten, sei das Parkhaus die günstigere Alternative. Auch außerhalb von Innenstadt und Bahnhofsviertel steigen die Parkgebühren um 50 Prozent.

Laut Kleinsteuber hat die Erhöhung vor allem die Verkehrslenkung als Ziel - die erwarteten Mehreinnahmen von rund 2,5 Millionen Euro seien ein „netter Nebeneffekt“. „Die Erhöhung ist die erste seit 1994, das müssen sich die Leute in Erinnerung rufen“, sagt Kleinsteuber.

In Darmstadt zahlen Autofahrer seit Januar 60 Cent pro Stunde mehr. „Die Erhöhung war die erste seit 1982. Eine halbe Stunde kostet jetzt 80 Cent, damit liegen wir immer noch im unteren Bereich“, sagt Sigrid Dreiseitel, Sprecherin der Stadt. „Viele öffentliche Parkplätze sind noch gebührenfrei.“ Nach und nach sollen diese aber zu Kurzzeitparkplätzen umgebaut werden. Durch die Gebührenerhöhung erwarte die Stadt in diesem Jahr Mehreinnahmen von rund 650.000 Euro. 

In Fuldadagegen sollen die Parkgebühren nicht angehoben werden. „Es gibt keine Veranlassung dazu. Die Innenstadt soll so attraktiv wie möglich bleiben, dazu gehören auch bezahlbare Parkplätze“, sagt Pressesprecher Michael Schwab. Derzeit koste eine Stunde Parken in der Innenstadt einen Euro. (dpa)

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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