21-Jähriger wird bei Zwischenfall mit Hooligans nach Fußballspiel leicht verletzt

Frankfurter jagen KSV-Fan: 21-Jähriger leicht verletzt

Er bot dem Opfer Unterschlupf: Der 39-jährige Saigi Michaelidis mit seiner elfjährigen Tochter Alina. Foto: Camrath

Kassel. Es war schon fast dunkel, als Saigi Michaelidis die Stimmen hörte. „Mehrere dunkel gekleidete Personen kamen den Weg vor meinem Haus entlanggelaufen.

Lesen Sie auch

- KSV Hessen: 3:2-Sieg und ein Paukenschlag - Wolf will Bauer zurückholen

Einige haben geschrien“, erzählt der 39-Jährige. „Mir war erst gar nicht klar, was da eigentlich passiert.“ Michaelidis wurde Zeuge einer Verfolgungsjagd zwischen Hooligans, die sich am Samstagnachmittag nach dem Derby des KSV Hessen Kassel gegen Eintracht Frankfurt II in der Nähe des Auestadions ereignet hat.

Einer der Männer stürzte, blieb am Boden liegen. Andere liefen herbei, traten auf ihn ein, schlugen zu, schildert Michaelidis: „Das war sehr angsteinflößend.“ Er lief brüllend aus seinem Haus und auf die Straße. Als die Männer von ihrem Opfer abließen, nahm er den Verletzten mit in seine Wohnung, bot ihm Wasser und Pflaster an. „Der Mann war an Hand und Stirn verletzt, mehr konnte ich nicht sehen“, erzählt Michaelidis. Der Mann ist ein 21-jähriger Kasseler, ein KSV-Fan. Wie Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch später mitteilt, hat er nur leichte Verletzungen, eine Platzwunde am Kopf.

Vor der Wohnung versammelten sich weitere Hooligans. Michaelidis: „Zehn bis 15 sind es gewesen. Sie haben gebrüllt und gefordert, dass der Mann wieder herauskommt.“ Schals oder Trikots, die sie als Fußballfans erkennbar gemacht hätten, trugen sie nicht. „Nur schwarze Kapuzenpullover.“

„Adrenalin pur“

Michaelidis beauftragte seine elfjährige Tochter Alina, die 110 zu wählen. Er hatte Angst, dass die Männer vor seinem Fenster zu randalieren beginnen: „Das war Adrenalin pur.“ Wenig später fuhren die Polizeitransporter vor. Als die ersten Sirenen erklangen, machten sich die Hooligans aus dem Staub. Auch der Mann aus Michaelidis Wohnung. „Er hat auf seine Freunde gewartet und ist mit denen dann mitgegangen“, erzählt der 39-Jährige.

Der Polizei sind die Hooligans aber nicht entgangen. Laut Polizeisprecher Jungnitsch haben die Beamten an der Ludwig-Mond-Straße sieben Fans der Frankfurter Eintracht im Alter zwischen 21 und 24 Jahren vorläufig festgenommen. Weil sie ihr Opfer, den 21-jährigen KSV-Fan, gemeinschaftlich verfolgt haben, sei ein Verfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch eingeleitet worden. Welche Strafe sie erwarte, hänge davon ab, wie sie bisher aufgefallen sind, sagt Jungnitsch.

Michaelidis war schon öfter bei Spielen des KSV. So etwas habe er aber noch nicht erlebt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in so einer gefährlichen Gegend wohne“, sagt er. Im Nachhinein sei er überzeugt, dass die Gruppen vor seiner Haustür nur von der Rivalität untereinander getrieben wurden. (joc/mcj)

Die Partie gegen Frankfurt in Bildern

KSV gewinnt 3:2 gegen Frankfurt II

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.