Knochenfund: Frau schon lange tot

Ehemalige Gärtnerei: Arbeiter finden weiteren Knochen

Kassel. Leichenspurhund „Zar“ hat keine weiteren Knochen auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei gefunden. Und dennoch gab es einen weiteren Fund. Das meldete die Polizei.

Die Kriminalpolizei stellte die Suche am Donnerstagmittag ein. Doch bei umfangreichen Nachrodungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei wurde am Nachmittag ein zweiter Oberschenkelknochen gefunden. Er wird nun untersucht. Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass er den bislang aufgefundenen Knochenteilen zweifelsfrei zugeordnet werden kann.

Auf dem Gelände hatten Arbeiter am Mittwoch bei Rodungsarbeiten menschliche Knochen, Schädel mit Oberkiefer, Oberschenkel und Rippenbögen, gefunden.

Zum Einsatz ist Leichenspürhund "Zar" gekommen, ein acht Jahre alter belgischer Schäferhund (Rasse Malinois). Dieser kann auch Knochenteile finden. "Zar" hatte das Gelände mehrfach abgesucht, alle Durchgänge waren ohne Fund.

Leichenspürhund "Zar" bei der Arbeit

Aktualisiert um 17.20 Uhr

Seit dem Vormittag läuft die gerichtmedizinische Untersuchung der aufgefundenen Knochen. Wie die Gerichtsmediziner anhand der Untersuchung der Beckenknochen inzwischen bestätigen konnten, handelt es sich bei den aufgefundenen Knochen um die sterblichen Überreste einer erwachsenen Frau.

Zum möglichen Alter liegen noch keine Angaben vor. Spuren, die auf irgendeine Art von Gewaltanwendung hindeuten, konnten bislang nicht gefunden werden. Auch die Liegezeit ist nach ersten Untersuchungen schwer einzugrenzen. Die Gerichtsmediziner gehen im äußersten Fall davon aus, dass es sich um mindestens zwei Jahre, vermutlich aber länger, handelt.

Zudem habe man im Bereich der Knochen verschiedene Bekleidungsstücke gefunden. Laut Jungnitsch handelt es sich um einen Mantel, einen BH und andere Textilien.

Ermittler des Kommissariats K 11 der Kasseler Kripo werten parallel dazu auch alle so lange zurückliegenden Vermisstenfälle des Polizeipräsidiums Nordhessen aus. Es handelt sich insgesamt um 14 Fälle, davon fünf aus Stadt und Landkreis Kassel, die vom K11 der Kasseler Kripo bearbeitet wurden. Der älteste dieser Vermisstenfälle liegt mittlerweile 33 Jahre zurück, der jüngste zu überprüfende Fall geht ins Jahr 2006 zurück.

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Auf dem Gelände des ehemaligen Gärtnereibetriebes im Stadtteil Jungfernkopf hatten Arbeiter die menschlichen Knochen gefunden. Es ist noch nicht bekannt, woran die Frau starb. „Von Selbsttötung bis Mord ist alles möglich“, sagte die Polizei. Tendenziell halte man einen Suizid für wahrscheinlich. An den Knochen seien bisher keine Spuren einer Gewalteinwirkung erkennbar, so die Erkenntnisse bis Mittwochabend.

Video: Knochenfund in Kassel

Die Experten am Fundort.

Die Knochen waren am Mittwochabend in die Gerichtsmedizin gebracht worden.  Dass nur einzelne Knochen und kein vollständiges Skelett gefunden wurden, ist laut Jungnitsch nicht ungewöhnlich. „In solchen Fällen verschleppen Tiere häufig die Knochen“, sagte er.

Das Gelände, auf dem die Leichenteile gefunden wurden, gehörte bis vor etwa 15 Jahren zu einer Gärtnerei. Dann wurde laut Polizeiangaben der Geschäftsbetrieb eingestellt, das Areal verwilderte. Auf dem Grundstück befindet sich noch ein altes Wohngebäude, das bis vor etwa sieben Jahren von einer älteren Frau bewohnt wurde. (use/mkx/rpp)

Rubriklistenbild: © HNA/Use

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