Unfall in Kassel

Frau nach Zusammenstoß tot – Urteil gegen Radkurier gefallen

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Das Urteil gegen einen 27-jähriger Radkurier aus dem Werra-Meißner-Kreis ist gefallen: Er hatte in Kassel eine ältere Dame umgefahren - sie starb an den Folgen der Verletzungen.

Wegen fahrlässiger Tötung ist ein heute 27-jähriger Rad-Kurierfahrer vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden.

Amtsrichter Leyhe setzte die Strafe für zwei Jahre zur Bewährung aus.

Der Student aus dem Werra-Meißner-Kreis hatte in der Mittagsstunde des 1. Oktober vergangenen Jahres auf der Fünffensterstraße in Kassel mit seinem nicht verkehrstüchtigen Fahrrad eine rote Ampel überfahren und war mit extrem hohem Tempo mit einer 82-jährigen Fußgängerin zusammengeprallt, die gerade die Fahrbahn überqueren wollte.

Die Frau wurde auf die Straße geschleudert und zog sich dabei schwerste Gesichtsverletzungen und ein schweres Trauma im Halswirbelbereich zu. An den Folgen dieser Verletzung starb sie am 9. Oktober im Klinikum.

Angeklagte hatte unter Tränen ein Geständnis abgelegt

Unter Tränen hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Demnach war er gegen 12.40 Uhr auf einer Dienstfahrt vom Ständeplatz kommend auf der abschüssigen Strecke in Richtung Trompete unterwegs.

 Als die Ampel auf Gelb und drei Sekunden später auf Rot umsprang, habe er trotzdem die „Ampel noch mitnehmen“ wollen und sei weiter gefahren. Einen Radfahrer, der seinen Weg kreuzte, habe er rechts umfahren, als plötzlich die Fußgängerin vor ihm aufgetaucht sei. 

Er habe zwar noch gebremst, den Zusammenstoß mit der zierlichen alten Frau aber nicht mehr vermeiden können. Das alles tue ihm furchtbar leid.

Richter Leyhe sprach in seiner Urteilbegründung von einer „falschen, im Sekundenbruchteil“ getroffenen Entscheidung, die einem Menschen das Leben gekostet habe. Staatsanwältin Julia Beinroth hatte eine Bewährungsstrafe von acht Monaten gefordert, der Anwalt der Tochter des Opfers, die als Nebenklägerin aufgetreten war, ein Jahr und sechs Monate.

Zu der vom Angeklagten vorgebrachten Entschuldigung äußerte sie sich nicht.   

Sachverständiger: Bis zu 60 km/h schnell

Beim Zusammenprall mit der Fußgängerin war der Radfahrer zwischen 45 und 60 Stundenkilometer schnell. Zu diesem Ergebnis kam Dekra-Unfallgutachter Winfried Hagelstein in seiner Expertise. Das Bahn-Rennrad des Fahrrad-Kuriers verfüge nur über eine Vorderbremse, die nicht einnal optimal gearbeitet hätte. Bei dem Spezialrad drehen die Pedale immer mit, einen Leerlauf gibt es nicht, die Wirkung der Rücktrittbremse sei eher mäßig. Außerdem verfügte das Rad weder über eine Klingel noch eine Lichtanlage.

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