Nach 30 Jahren gibt Karin Schöps den Vorsitz des FDP-Ortsverbands Harleshausen ab

„Frauen fehlen an den Schaltstellen“

Karin Schöps

Harleshausen. Seit 30 Jahren ist Karin Schöps Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Harleshausen / Jungfernkopf. Genauso lang war der Ausbau der Helmarshäuser Straße ihr Anliegen. „Immer wieder versprochen, immer wieder verhindert“, sagt sie. Wenn sie heute den Vorsitz in jüngere Hände übergibt, dann auch einen Teil der Verantwortung für dieses Projekt.

Zufrieden blickt Karin Schöps auf die Zeit zurück. „Gute Ergebnisse, gute Gespräche, gute Begegnungen“, bilanziert sie. Für Überwege, Verkehrsberuhigung, Sicherheit der Fußgänger hat sie sich stark gemacht. Heute erreiche man viel weniger, überall fehle ja das Geld, bedauert sie.

Die Arbeit sei zuletzt doch etwas viel geworden, sagt Schöps. Darum wolle sie ein bisschen kürzer treten, aber sich natürlich weiter engagieren. Für einen Wochenmarkt, den sie seit Jahren gern in den Ortskern holen würde. Im Ortsbeirat wird sie sich als einzige FDP-Vertreterin dafür einsetzen. „Auch meinen Vereinen bleibe ich erhalten“, versichert sie. Als Schiedsfrau steht sie ebenfalls bereit.

Karin Schöps, geborene Bretscher, stammt aus der Kasseler Speditionsfamilie Degenhardt. Sie machte 1955 Abitur an der Wirtschaftsoberschule, wurde Werbeassistentin, heiratete 1957 einen Spiegel-Redakteur und zog mit ihm nach Hamburg. Anfang der 70er-Jahre kam sie nach Kassel zurück.

Hier arbeitete sie 21 Jahre bei der Carl-Duisberg-Gesellschaft, betreute ausländische Stipendiaten in Kassel und Witzenhausen. Auch als Rentnerin war sie noch zehn Jahre ehrenamtlich für die Stiftung für internationale Bildung und Zusammenarbeit aktiv.

Als „Höhepunkt“ ihres politischen Engagements bezeichnet sie ihre Zeit als Stadtverordnete von 1989 bis 1997. Aus ihrer langjährigen Erfahrung resümiert sie: „Es hat sich für Frauen vieles verbessert, aber an den Schaltstellen fehlen sie immer noch.“

Kochen, Nordic Walking und Lesen sind Karin Schoeps wichtig. „Am wichtigsten aber ist mir meine Selbstständigkeit.“ Archivfoto: Koch

Von Sabine Oschmann

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