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Frauen in Kassel auf Friedhof attackiert: Spurensuche zwischen Gräbern

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Einsatz auf dem Hauptfriedhof: Beamte der Bereitschaftspolizei unterstützten die Kripo gestern bei der Spurensuche am Tatort. Auf dem
Einsatz auf dem Hauptfriedhof: Beamte der Bereitschaftspolizei unterstützten die Kripo gestern bei der Spurensuche am Tatort. Auf dem © ist das Mausoleum im Hintergrund zu sehen. Foto: Ulrike Pflüger-Scherb

Ein 29-jähriger Mann aus Kassel, der am Samstag nach den beiden Raubdelikten und dem sexuellen Übergriff auf dem Kasseler Hauptfriedhof festgenommen worden war, wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Kassel - Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Schaake werde weiterhin gegen den Mann ermittelt, aber es habe sich kein dringender Tatverdacht gegen ihn ergeben. Deshalb sei er auch keinem Haftrichter vorgeführt worden. Am Samstagmorgen waren zwei Seniorinnen im Alter von 84 und 73 Jahren auf dem Friedhof ausgeraubt worden. Die 73-jährige Frau wurde darüber hinaus auch noch Opfer eines sexuellen Übergriffs.

Die Ermittlungen der Kasseler Kriminalpolizei zu den beiden Fällen laufen derzeit weiterhin auf Hochtouren. Am Montagnachmittag unterstützten 24 Beamte der Bereitschaftspolizei die Kripo bei der Spurensuche auf dem Hauptfriedhof. Kein leichtes Unterfangen, da der Friedhof etwa 40 Hektar groß ist. Er ist der größte Friedhof in ganz Kassel. Hier sind auch Friedhofsverwaltung und Krematorium untergebracht.

Nicht nur die beiden Tatorte, die sich in den Abteilungen 13 und 17 auf dem Friedhof befinden, wurden durchforstet. Die Polizisten suchten beispielsweise auch am Mausoleum am Tannenheckerweg zwischen Gebüsch und an Gräbern nach möglichen Spuren. Bei der Spurensuche werde ein Gelände zum Beispiel nach Tatwerkzeug oder der Beute abgesucht, so die Polizeisprecherin. Ob die Beamten gestern etwas Tatrelevantes gefunden haben, darüber machte die Polizei keine Angaben.

Bei der Friedhofsverwaltung zeigt man sich derweil erschüttert über die Vorfälle vom Samstag. „Der Friedhof ist ein Ort der Ruhe und ein Ort der Besinnung. Es ist kein Ort, an dem man damit rechnet, Opfer einer Straftat zu werden“, sagt Eckehart Göritz, Chef der Kasseler Friedhofsverwaltung. Es wäre schlimm, wenn es weitere Taten auf dem Friedhof geben würde.

Am Wochenende sind laut Göritz keine Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung im Dienst. Es gebe keine Erhebung darüber, wie viele Menschen den Hauptfriedhof am Wochenende besuchten. Göritz schätzt, dass im Laufe eines samstags aber 150 bis 200 Menschen auf den Friedhof kommen, um Gräber zu pflegen und zu besuchen.

Zeugen, die am Samstagmorgen Beobachtungen am Hauptfriedhof und im Bereich angrenzender Straßen gemacht haben oder Hinweise auf den Täter geben können, melden sich unter Tel. 0561-9100.

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