Tower des Fraunhofer-Instituts soll am Bahnhof entstehen

Fraunhofer-Institut Iwes konkretisiert Pläne für Neubau am Bahnhof

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Fast 60 000 Quadratmeter: Auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs werden die Gebäude abgerissen. Auf der Hälfte der Fläche baut Iwes. Die restlichen 28 000 Quadratmeter sind für weitere Ansiedlungen aus der Branche vorgesehen.

Kassel. 550 Mitarbeiter sollen in dem geplanten 100 Mio. Euro teuren Neubau des Kasseler Fraunhofer-Institutes Iwes am Hauptbahnhof einziehen. Noch muss die Stadt die alten Hallen des früheren Güterbahnhofs abreißen lassen, aber Iwes-Institutsleiter Prof. Clemens Hoffmann hat schon eine Vorstellung davon, wie der Neubau aussehen soll.

Unauffällige Architektur ist nicht zu erwarten, wenn der erste von zwei Bauabschnitten, dessen Kosten von 60 Mio. Euro sich Bund und Land teilen, 2017 steht. „Der Neubau soll nicht nur Platz für mehr Mitarbeiter schaffen, sondern auch ein architektonisches Symbol sein. Mir schwebt eine Art Kontrollzentrum vor, ähnlich einem Flughafentower, von dem aus sich die Energiewende beobachten lässt“, sagt Hoffmann. Der Tower sei als Zentrum des 30.000 Quadratmeter großen Areals gedacht, daneben werde es Bürogebäude geben.

Die aktuell 350 Iwes-Mitarbeiter arbeiten noch auf mehrere Standorte in Kassel verteilt. Ihre Zahl soll auf 500 aufgestockt werden. Zudem sollen in das neue Gebäude 50 Mitarbeiter des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Bauphysik einziehen, das derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt.

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Die Idee eines Kontrollzentrums will Iwes in die noch ausstehende Auslobung eines Architektenwettbewerbs einfließen lassen. „In dem Kontrollzentrum stelle ich mir drei Ebenen vor. Eine, in der sich der Fortschritt der Energiewende an Bildschirmen verfolgen lässt. Auf einer weiteren Ebene will ich Industriepartner wie Eon Mitte, Wingas, VW, SMA und Siemens zusammenführen, um noch enger zusammenzuarbeiten. Auf einer dritten Ebene soll Raum für Büros internationaler Vertreter aus Politik und Institutionen geschaffen werden“, sagt Hoffmann. Durch diese Kontaktbüros werde auch Firmen aus der Region geholfen, ihre Markteinstiegschancen im Ausland zu vergrößern.

Clemens Hoffmann

Am Standort Kassel will Iwes die Energiesystemtechnik voranbringen. Dahinter verbirgt sich die Kopplung und Vernetzung erneuerbarer Energien. So könne in Hessen ein Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt entstehen. „Niedersachsen ist bei der Windenergie vorn, Baden-Württemberg bei der Solarenergie, und in Hessen könnten wir uns darauf spezialisieren, die richtige Mischung und Verknüpfung der Energieträger zu entwickeln“, sagt Hoffmann.

Für den Institutsleiter ist die Energiewende volkswirtschaftlich notwendig. Jährlich gebe Deutschland 90 Mrd. Euro für Energieimporte, vor allem Öl und Gas, aus. Diese Kosten ließen sich durch Investitionen in erneuerbare Energien senken. Nach Berechnungen des Iwes würden sich diese Investitionen nach 30 Jahren amortisieren. „Diesen Wirtschaftlichkeitsaspekt der Energiewende wollen wir in die Köpfe der Volkswirte bekommen.“ (bal)

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