Aber Kritik an der Stadt

Parteien sehen geplantes Frauenhofer-Institut am Hauptbahnhof positiv

Kassel. Auf der Nordseite des Hauptbahnhofs soll bis 2018 ein neues Fraunhofer-Institut gebaut werden. Diese Nachricht über den Ausbau von Spitzenforschung zur Energiewende hat für positive Reaktionen aus der Kommunalpolitik gesorgt.

Aber auch für Kritik an veralteter Technik und mangelhafter Energieeffizienz städtischer Gebäude. Der Neubau des Instituts mache deutlich, dass die Dynamik in Kassel auch nachhaltig wirke, schreiben die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Frankenberger und Wolfgang Decker in einer Pressemitteilung. Die 500 entstehenden Arbeitsplätze seien ein positives Signal für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. „Der gewählte Standort stärkt dazu ein Gebiet, dessen städtebauliche Entwicklung die Stadt seit Längerem verfolgt.“

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Auf die Baufläche spielt auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Oberbrunner an. 60.000 Quadratmeter will die Stadt von der Bahn kaufen, die Hälfte soll nach der Erschließung an Fraunhofer weiterverkauft werden. „Jetzt ist es an den Stadtentwicklern, einen Masterplan für die übrigen 30.000 Quadratmeter zu erstellen mit einem Mix aus Wohn- und Geschäftshäusern sowie einer Grünanlage. Mit einer besseren verkehrlichen Anbindung wird auch Rothenditmold eine deutliche Aufwertung erfahren“, schreibt Oberbrunner.

Einfach verglaste Fenster

Auch die Grünen loben die Absicht Fraunhofers, auf diesem Areal an der Energiewende zu arbeiten: „Gute Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien ist zu einem wichtigen Standortfaktor in Nordhessen geworden“, schreibt die umweltpolitische Sprecherin Eva Koch. Es mute allerdings „befremdlich an, wenn die Kasseler Institutionen als Spitze der Forschung Projekte zur Energieeinsparung bearbeiten und gleichzeitig in den Gebäuden der Stadtverwaltung noch Technik aus dem letzten Jahrtausend zum Einsatz kommt“.

In den Sitzungssälen des Rathauses finde man noch einfach verglaste Fenster und Glühlampen - so werde die Kommune ihrer Vorbildfunktion für private Immobilieneigentümer nicht gerecht. (abe/hai)

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