Bäderdebatte in Kassel: Aus für Barthels Vorschlag

Kassel. Für den Vorschlag von Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD), die Freibäder Wilhelmshöhe und Harleshausen zu schließen und stattdessen ein neues Bad auf dem Gelände des KVG-Betriebshofs in Wilhelmshöhe zu bauen, gibt es keine politische Mehrheit.

Der Vorschlag hat Wellen geschlagen: Hinweggespült hat er die bisherigen Pläne für die städtischen Freibäder Wilhelmshöhe und Harleshausen aber nicht. Sie werden bleiben. Die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung lehnen den Vorstoß von Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) ab, die zwei bestehenden KVG-Betriebshöfe an der Sandershäuser Straße in Bettenhausen zusammenzulegen und auf dem Gelände zwischen Rammelsberg und Wilhelmshöher Allee ein neues Freibad zu bauen.

Auch die SPD-Fraktion, die sich am Montagabend ausführlich mit dem Thema auseinandersetzte, winkt nun ab. Die Neubaupläne sollen nicht weiter verfolgt werden, sagt Fraktionschef Uwe Frankenberger. Es sei viel zu ungewiss, wann ein solches Bad gebaut werden könne. „Es gibt zu viele Unbekannte, die kurzfristig nicht zu klären sind.“ Die KVG habe auch noch keine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgelegt, aus der hervorgeht, ob sich der Umzug des Betriebshofs an den Standort Bettenhausen lohnt. Dafür müssten an der Sandershäuser Straße auch noch Grundstücke angekauft werden.

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Nach Informationen der HNA soll in einer Aufsichtsratssitzung des städtischen Konzerns die Summe von 50 Millionen Euro für den neuen Betriebshof gefallen sein. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. „Es gibt noch keine Kostenermittlung“, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka auf Anfrage. „Es hat sich auch noch niemand Gedanken gemacht, die Kosten auch nur zu überschlagen.“ Das Thema scheint für die politische Mehrheit sowieso vom Tisch zu sein. Sie hält an den Beschlüssen des Stadtparlaments fest, die Freibäder zu sanieren. Nach dem Willen von SPD und Grünen sollen in einer öffentlichen Anhörung mit Experten und sachkundigen Bürgern im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen nun alle Fakten auf den Tisch.

Dabei sollen alle möglichen Varianten - Neubau, Sanierung, unterschiedliche Beckengröße - samt Kosten dargestellt werden. „Damit wir eine fundierte Entscheidung treffen können“, sagt Frankenberger. Diese wolle man auch in Kenntnis dessen fassen, was am Ende für Harleshausen übrig bleibe. Es könne nicht sein, dass Harleshausen leer ausgehe, nur weil das Bad als letztes an der Reihe sei. In ihrem gemeinsamen Antrag sprechen sich SPD und Grüne auch dafür aus, dass künftig in jeder Sitzung des Finanzausschusses über den aktuellen Stand bei der Bädersanierung berichtet wird.

Sie schließen sich damit einer Forderung der CDU-Fraktion an, die für eine öffentliche Information eingetreten war und die Steuerungsgruppe Bäder aus Protest verlassen hatte. Stadtkämmerer und Bäderdezernent Barthel war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Ellen Schwaab

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