Wartefrust statt Badelust

Freibäder sind vorbereitet – Noch ist aber unklar, wann es losgeht

Ob Freibäder öffnen dürfen, ist noch ungewiss. Auch Torsten Gerdes und Schwimmmeister Oliver Schmidt (von links) vom Waldschwimmbad Fuldatal warten auf Vorgaben. Das Becken bleibt solange leer.
+
Ob Freibäder öffnen dürfen, ist noch ungewiss. Auch Torsten Gerdes und Schwimmmeister Oliver Schmidt (von links) vom Waldschwimmbad Fuldatal warten auf Vorgaben. Das Becken bleibt solange leer.

Für viele Menschen steht ein langes Wochenende bevor, und die Wetteraussichten ab dem morgigen Feiertag sind auch nicht schlecht. Freibadbesuche sind dennoch weiter nicht möglich.

Die Schwimmbäder sollen laut hessischer Corona-Verordnung noch bis mindestens 5. Juni geschlossen bleiben. Die Frage ist aber: Wie geht es dann weiter? Droht ein Sommer ohne Badespaß?

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier deutete nun an, dass die Einrichtungen sehr bald für Vereinsschwimmen zur Verfügung stehen könnten. Aus dem Ministerium gab es dazu bislang aber keine Stellungnahme. Und die Stadt Kassel beruft sich auf die Entscheidung des Landes, zumal Oberbürgermeister Christian Geselle und Michael Steisel, der Sprecher der Kreisbürgermeister, sowieso eine hessenweit einheitliche Regelung für sinnvoll halten.

Immerhin: „Die Hallenbäder sind so vorbereitet, dass man sie unmittelbar öffnen könnte“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Die Öffnung der Freibäder dagegen brauche zwei Wochen Vorlauf: Das Auftriebs- und Frostschutzwasser muss raus, neues Wasser rein, es folgen mikrobiologische Untersuchungen. Eine Öffnung nur für Vereine wäre für die Freibäder Harleshausen und Wilhelmshöhe auch nicht interessant. Sie werden in erster Linie als Freizeitbäder genutzt. Prof. Kuno Hottenrott, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Wilhelmshöhe, hält auch eine Öffnung für normales Publikum für machbar. „Sicher können nicht 3000 Gäste ins Schwimmbad, aber vielleicht 500, die sich auf der großen Fläche verteilen können.“ Die Sehnsucht der Menschen nach Badespaß zeigt sich im guten Verkauf von Saisonkarten. Meike Pfurr vom Förderverein Schwimmbad Harleshausen zweifelt aber an der Machbarkeit, mögliche Vorgaben in Corona-Zeiten umzusetzen: „Wie will man den Leuten gerecht werden?“

Ungewissheit herrscht auch bei den Verantwortlichen der Bäder im Landkreis. Trotzdem sind viele startklar. Wenn die Becken gefüllt sind, müssten sie aber gechlort und jeden Tag gereinigt werden, sagt Schwimmmeister Oliver Schmidt vom Waldschwimmbad Fuldatal. Er hofft auf ein baldiges Startsignal.

Für das vom Förderverein geführte Helsaer Bad steht die Entscheidung indes schon fest: Es bleibt diese Saison geschlossen. Allein die Vorbereitung für den Fall der Fälle wäre zu teuer.

Von Valeria Schaub und Anna Lischper

Endlich haben Freibäder wieder offen: So läuft der Saisonstart nach Corona in der Region Kassel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.