Kasseler Linke startet Kampagne zum Erhalt der Einrichtungen in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen

Freibäder sollen nicht baden gehen

Kampagne der Kasseler Linke: Der Stadtverordnete Kai Boeddinghaus (rechts) und sein Sohn Antonio stellten gestern Plakate am Freibad Wilhelmshöhe auf. Foto: Herzog

Kassel. Es gehe mittlerweile nicht mehr darum, wie die beiden Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen erhalten werden sollen, sondern ob sie überhaupt weiter existieren könnten, sagt der Stadtverordnete Norbert Domes (Kasseler Linke).

Um die beiden sanierungsbedürftigen Bäder zu retten, hat seine Fraktion am Mittwoch eine Kampagne „Rettet die Freibäder“ gestartet. Die Kasseler Linke will mit 80 Plakaten, Handzetteln, Aufklebern und Ständen vor den Bädern um deren Erhalt kämpfen.

Aus zwei Gründen, so Domes: Die beiden Bäder seien wichtige soziale Orte für Kinder und Jugendliche sowie bedeutsam für die Gesundheitsförderung. Zum anderen gingen alle politischen Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung seit 2008 in die Richtung, dass beide Bäder erhalten bleiben sollen.

„Ich bin förmlich schockiert, dass der Magistrat jetzt sagt, er mache nichts“, sagt der Stadtverordnete Kai Boeddinghaus. Kämmerer Dr. Jürgen Barthel und Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) torpedierten die Beschlüsse, indem sie nichts unternehmen würden.

Die Linke will den Magistrat mit der Kampagne zum Handeln zwingen. Im Internet ist ein entsprechender Text vorbereitet, den jeder Bürger an OB und Kämmerer schicken kann. Domes und Boeddinghaus machen auch Vorschläge, wo die 11 Millionen Euro, die die Sanierung beider Bäder voraussichtlich kosten wird, an anderer Stelle eingespart werden könnte: Bei der Sanierung der Oberen Königsstraße (2 Mio.), bei dem Aufsichtsratssitz der Thüga Erneuerbare Energien (5 Mio.) und bei der privaten Medizin-Universität (4 Mio.).

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, sagt Boeddinghaus. „Da sollen wir nicht in der Lage sein, die beiden Bäder zu sanieren? Wer soll das glauben? Das ist alles eine Frage der Prioritätensetzung.“ Eine Stadt, die sich einen Flughafen leisten wolle, sollte wohl ihre Freibäder erhalten können.

Die Linke habe im Vorfeld beide örtlichen Initiativen, die für den Erhalt der Bäder kämpfen, über die Kampagne informiert. (use) Foto: Hein

Weitere Informationen zur Kampagne unter www.baden-in-kassel.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.