Erinnerungen an Unglück vor 27 Jahren

Eltern sorgen sich: Stadt entfernt Barrieren für Fahrradfahrer

Steiler Weg: Heinrich Rüppel mit seinen Enkeln Jonas und Florian sowie Tochter Nicole Seewald vor dem Anne-Frank-Heim im Park. Die Treppenstufen wichen hier einer glatten Pflasterung. Foto:  Puchta

Rothenditmold. Eltern in Rothenditmold sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder: In dem kleinen Park zwischen Marburger Straße und Rothenbergstraße hat die Stadt auf dem steilen Verbindungsweg Hemmschwellen abgebaut, die bislang für Fahrradfahrer die Fahrt nach unten abgebremst hatten.

Vor allem junge Radler, so die Befürchtung der Eltern, könnten am Ende des Weges in die 15-stufige Treppe rasen, in die der abschüssige Weg mündet. Nach einem tragischen Unglücksfall vor 27 Jahren sprechen einige Anwohner noch heute von der „Todestreppe“.

Heinrich Rüppel, Schriftführer im Ortsbeirat, erinnerte während der jüngsten Beiratssitzung an die Ereignisse im Sommer 1985: Damals war ein 17-Jähriger mit seinem Fahrrad den Weg hinabgefahren. Auf der Treppe stürzte er auf seinem Rad so schwer, dass er starb. Nach zweijährigem Rechtsstreit mit der Mutter des Jungen habe die Stadt den Weg mit Hindernissen gesichert, berichtete Rüppel. Im Abstand von mehreren Metern entstanden langgezogene Treppenstufen mit Handläufen, kurz vor der Treppe errichtete man ein nur zu Fuß passierbares Geländer.

Statt der Treppenstufen gibt es nun eine gerade Pflasterrampe, weiter unten wichen die Stufen Bitumenflächen. Das Geländer steht nicht mehr, Handläufe fehlen. Vor allem Eltern, deren Kinder die Kindertagesstätte Rothenditmold besuchen, sind besorgt. Die Kita hat ihren Sitz auf dem Gelände des Anne-Frank-Heims, das am Park liegt. Auch die Enkel von Heinrich Rüppel besuchen die Einrichtung, seine Tochter Nicole Seewald gehört zum Kita-Elternbeirat. „Kinder können die Gefahr hier nicht einschätzen“, sagt sie.

Die Stadt hat indes den Weg vorübergehend gesperrt. Die Arbeiten seien noch nicht beendet, bis auf die Stufen stelle man alles wieder so her, wie es vorher war, berichtet Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt. Neue Handläufe sollen an der steilen Rampe für Halt sorgen, das Geländer werde man als Hindernis kurz vor der Treppe wieder aufstellen. Die Stufen im oberen Bereich habe man abgebaut, um den Weg durchgängiger zu gestalten. Die Arbeiten dauern noch zwei Wochen.

Von Monika Puchta

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