„Freier Widerstand Kassel“ - Trio führt die Rechten

Nähe zur NPD: Mike S. (Zweiter von rechts) bei einer Neonazi-Demo in Gießen im Juni. Rechts neben ihm steht der NPD-Vorsitzende Holger Apfel. Fotos: Thalmann

Kassel. Hinter dem „Freien Widerstand Kassel“, dessen Mitglied Daniel B. offenbar ist, steckt eine rechtsradikale Gruppierung, zu deren hartem Kern etwa zehn Mitglieder gehören.

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Hinzu kommt eine schwankende Zahl von Mitläufern. Zu den aktivsten Personen zählen die Kasseler Mike S., David R. und Jörg H. Sie gehörten zum Führungszirkel, sagt Kirsten Neumann, Kennerin der Szene und Mitarbeiterin des Mobilen Beratungsteams gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Hessen.

Ex-NPD-Kader: David R. bei der Nazi-Demo in Gießen.

Gegründet wurde der „Freie Widerstand“ vor fünf bis sechs Jahren, sagt Neumann. Nach ihren Beobachtungen bestand der harte Kern seinerzeit nur aus halb so vielen Mitgliedern. Zu den Gründern der Gruppierung zähle der Neonazi Mike S., der zuvor vor allem für die NPD in Kassel geworben habe. Mike S. war im Juni auf einer Neonazi-Demo in Gießen unterwegs. Dort zeigte er sich unter anderem mit dem NPD-Vorsitzenden Holger Apfel (Foto oben).

Eine wichtige Rolle spielt auch David R. (Foto links). Der ehemalige NPD-Kader habe zunächst versucht, einen NPD-Verband Nordhessen aufzubauen. Dies sei aber gescheitert, sagt Neumann. Er gehöre zu den gefährlicheren Personen beim „Freien Widerstand“.

Wirbt für Tierschutz: Jörg H. bei Aufmarsch in Bad Nenndorf.

Sehr aktiv sei zudem Jörg H., der unter anderem im August bei einem Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf mit von der Partie war (Foto rechts). Jörg H. trug dort auch Anstecker einer angeblichen Tierschutzorganisation. Mitglieder der rechten Szene – auch im „Freien Widerstand“ – versuchten häufig über das Thema Tierschutz junge Menschen zu erreichen, sagt Neumann. Sie nutzen scheinbar seriöse Verbände als Deckmantel. Die Aktionen der Gruppierung werden vor allem über das Internet koordiniert. „Sie mobilisieren auf ihrer Internetseite und gewinnen so auch neue Mitglieder“, sagt Neumann. Der „Freie Widerstand“ habe zudem Kontakte zu den rechtsextremen Kameradschaften Northeim und Thüringen. Gemeinsam zeige man sich bei Aufmärschen. Außerdem gebe es Kontakte zur Kasseler Gruppe „Sturm 18“, aber keine Zusammenarbeit.

Neben den drei Führungsmitgliedern setzt sich der „Freie Widerstand“ aus Personen aus allen Bevölkerungsschichten zusammen. „Da sind Schüler, Studenten und auch Berufstätige dabei. Einige kennen sich noch aus der Schulzeit“, sagt Neumann.

Von Bastian Ludwig

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