Gründung weiterer Gemeinden als Ziel - Neue Medien Thema der Bundestagung

Bundestagung in Kassel: Freikirche will wachsen

Kassel. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland will die Gründung neuer Gemeinden in den kommenden Jahren intensiv fördern und das Vorhaben 2014 zum Jahresthema machen. Dies hat das Präsidium des Bundes vor der Bundesratstagung in Kassel beschlossen, die am Samstag zu Ende ging.

Zu dem dreitägigen Treffen waren 600 Delegierte und über 300 Gäste im Kongress Palais Stadthalle zusammengekommen.

Die Bundesratstagung stand unter dem Motto „Christsein in einer vernetzten Welt“. Die Delegierten befassten sich mit den Auswirkungen von Internet und elektronischer Informationsvermittlung auf Alltag und Gesellschaft. Dabei ging es um die Frage, wie die Gemeinden die neuen Medien nutzen können.

Bei Wahlen zum Präsidium wurde Präsident Hartmut Riemenschneider von den Delegierten im Amt bestätigt. Sie wählten zudem Vertreter für überregionale Gremien der Freikirche. Erstmals wurden sechs Mitglieder für das neue Kirchengericht des Bundes berufen. Das Kirchengericht soll als unabhängige Instanz bei Unstimmigkeiten in Fragen des Dienst- und Verwaltungsrechts entscheiden. Zudem wählten die Delegierten fünf Finanzsachverständige als Vertreter des Bundesrates.

Zeitgleich mit der Bundesratstagung fand in der Stadthalle die Bundeskonferenz des Gemeindejugendwerks mit 75 Teilnehmern statt. Das Jugendwerk befasste sich mit der Frage, was die Gemeinden zum Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch tun können. In den vergangenen fünf Jahren seien 2000 Ehrenamtliche unter diesem Gesichtspunkt geschult worden, sagte Mirko Thiele vom Gemeindejugendwerk.

Man habe zudem einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter entwickelt. Weitere Themen waren der Umgang mit behinderten oder benachteiligten Menschen in den Gemeinden und die Gründung einer Gemeindejugendwerk-Akademie, mit deren Hilfe die Arbeit koordiniert werden soll.

Der Freikirche gehören bundesweit über 72.000 Mitglieder in 700 Baptistengemeinden sowie 9000 in über 100 Brüdergemeinden an. In Kassel und Umgebung zählt die Freikirche 910 Mitglieder in zwölf Gemeinden, darunter vier in der Stadt Kassel.

Die Freikirche finanziert sich aus Spenden und freiwilligen Beiträgen. Eine Kirchensteuer lehne man ab, „weil wir eine Freikirche sind, die von der Freiwilligkeit ihrer Mitglieder lebt“, sagte Pressechef Dr. Michael Gruber. Die Mitglieder gäben in der Regel aber mehr als den Kirchensteuersatz von 8 bis 9 Prozent der Lohnsteuer. Die Freikirchlichen Gemeinden zahlen einen festen Beitrag an den Bund, um dessen Arbeit zu finanzieren.

Rubriklistenbild: © dpa

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