800 Teilnehmer in der Innenstadt

Aggressive Stimmung bei Pro-Palästina-Demo in Kassel

Kassel. Schon auf der Facebook-Seite von „Freiheit für Palästina“ hatte der Veranstalter Wares Assrar am Donnerstag dazu aufgerufen, dass bei der Pro-Palästina-Demonstration am Freitag durch die Kasseler Innenstadt keine antisemitischen Äußerungen gemacht und die Teilnehmer sachlich bleiben sollten.

Nicht alle der 800 Demonstranten haben sich an die Anweisungen von Assrar gehalten.

„Kindermörder Israel“ und „Allahu Akbar“ (Gott ist größer) riefen die Demonstranten der Pro-Palästina-Demo vom Stern bis zum Rathaus. Die Stimmung war aggressiv und wirkte auf so manchen Passanten bedrohlich. Der Wunsch von Veranstalter Assrar, der in Göttingen Jura studiert, auf die „Allahu Akbar“-Rufe zu verzichten, weil doch auch Christen in Kassel für die Freiheit Palästinas auf die Straße gingen, wurde von dem Großteil der Teilnehmer ignoriert. „Wir stehen hier doch nicht für eine Glaubensrichtung, sondern es geht uns um die Freiheit Palästinas“, sagte Assrar. Nach der Demonstration am Dienstag, bei der 2000 Menschen in der Kasseler Innenstadt gegen Israels Angriffe im Gazastreifen demonstriert hatten, hatte „Freiheit für Palästina“ zu einer erneuten Kundgebung aufgerufen. „Wir müssen schnell reagieren auf die Bodenoffensive der Israelis“, erklärte der Veranstalter.

Kurzclip Pro-Palästina-Demo

Tobias Rosandic, ein Redner bei der Kundgebung vor dem Rathaus, sagte, dass er es als respektlos empfinde, wenn die Demonstranten die Anweisungen der Veranstalter ignorierten. Er selbst sei Atheist und forderte ein freies Palästina in den Grenzen von 1947 sowie internationale Solidarität. Dieser Beitrag rief wiederum die Reaktion eines Moslems hervor, der erklärte, dass die Palästinenser gerade nicht wegen ihres Glaubens an Allah aufgeben würden. Es folgte lautstark und wiederholt „Allahu Akbar“.

Aktualisiert am Samstag um 11.40 Uhr.

„Ich bin keine Muslima und nur eine Frau und habe kein Rezept für den Widerstand“, sagte eine andere Rednerin. Die Mitdemonstranten forderte sie auf, an die Kasseler Bevölkerung zu appellieren, keine Waren mehr aus Israel zu kaufen. Für den Boykott-Aufruf erntete sie reichlich Applaus.

Aus Polizeisicht verlief die Demonstration friedlich.

Von Ulrike Pflüger-Scherb  

Fotos von der Demonstration

Pro-Palästina-Demonstration in der Kasseler Innenstadt

Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider

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