Besucher kamen in Scharen zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten

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Erntefrisches Obst: Jonas Söll (10) und Helmut Sauerland sorgten für frisch gepressten Apfelsaft aus der Apfelpresse.

Kassel. Dunkle Wolken können wahre Gartenfreunde nicht schrecken. Trotz des regenverhangenen Himmels strömten sie am Sonntag in Scharen zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten am Park Schönfeld. Dort boten 30 Aussteller frische Pflanzen für Balkon und Garten an.

Auch bunte Herbstkränze, Samen und Zubehör waren im Angebot. Helmut Sauerland bot an seinem Stand frisch gepressten Apfelsaft an. „Kann ich nur empfehlen“, sagte Bernhard Dingwerth. Der 58-Jährige hatte sich schon früh am Morgen mit Pflanzen für den heimischen Garten eingedeckt und startete am späten Vormittag zu einem entspannten zweiten Bummel über das Gelände. „Jetzt wollen wir nur noch genießen“, sagte er.

Duftende Rosen, Hagebuttenzweige mit leuchtend roten Früchten und frische Kräuter regten die Sinne an. Am Stand von Carsten Werner und Cordula Reimann, die unter anderem seltene Kulturpflanzen wie schwarze Himbeeren und weiße Erdbeeren anboten, hatten Besucher die Qual der Wahl. Auch bei den vielen verschiedenen Minz-Sorten fiel die Entscheidung nicht leicht: Asiatische Minze, Argentinische Minze oder doch lieber Marokkanische Minze? Es ist gerade diese Vielfalt, die zum Fachsimpeln anregt und die Pflanzenbörse auszeichnet. „Es ist schon eine Raritätenbörse“, sagte Werner. „Hier findet man interessante Angebote.“

Am Stand des städtischen Umwelt- und Gartenamtes, das die beliebte Kauf- und Tauschbörse wieder organisiert hatte, konnten Kinder Baumsetzlinge einpflanzen: Hainbuche, Baumhasel, Birke, Eiche, Ahorn. Damit knüpfte das Gartenamt an die Anfänge des Botanischen Gartens an, der auf Initiative von Pädagogen für schulpädagogische Zwecke geschaffen worden war. Allerdings nahmen viele Kinder gestern lieber die bereits eingetopften Setzlinge mit, wie Volker Lange berichtete. Das Gartenamt bot auch Samen an, Rosenmalven und Anisminze zum Beispiel.

Fotos von der Pflanzenbörse

Pflanzenbörse im Botanischen Garten 2013

Im Kakteenhaus zeigte Dieter Rüsseler von den Kakteenfreunden Friedrich Ritter, wie man Kakteen und Dickfleischer fachgerecht umtopft. Gut zu wissen: Einen sicheren Weg, wie es ohne Pikser geht, gibt es offenbar nicht. „Das lässt sich nicht vermeiden“, sagte der Kakteenfreund über die kleinen Verletzungen, die man sich beim Umtopfen der stacheligen Pflanzen zuzieht. „Ich sitze abends mit der Uhrmacherlampe da und ziehe mir die Nadeln aus den Fingern.“ Seiner Liebe zum Kaktus hat das nicht geschadet.

Von Ellen Schwaab

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