Anna Lipphardt aus Baunatal hat neun Monate in Uganda verbracht und Spenden für ein Projekt gesammelt

Freude über fließendes Wasser

Unvergessliche Erfahrung: In Uganda hat sich Anna Lipphardt ein traditionelles festliches Gewand schneidern lassen. Die Schnitzerei erinnert sie an viele Ausflüge mit dem Boda Boda, einem Motorradtaxi. Foto: De Filippo

Baunatal. Für 3000 Euro könnte man in Deutschland eine neue Küche oder einen Gebrauchtwagen kaufen. In Uganda hingegen kann diese Summe das Leben vieler Menschen verändern. Zum Beispiel das der Kinder aus dem „Trust Future“, einem Gemeindezentrum nahe der Hauptstadt Kampala. Für sie hat die Baunatalerin Anna Lipphardt Spenden gesammelt und ihnen damit ein großes Geschenk gemacht.

Neun Monate hat die 20-Jährige als Freiwillige in dem Gemeindezentrum gearbeitet, unterrichtete Grundschüler in Englisch, Mathematik und Sport. Es war eine aufregende Zeit, die die junge Frau geprägt hat. „Ich bin offener und selbstbewusster geworden“, sagt sie. Und auch ihre Einstellung zum Leben habe sich verändert. Fließendes Wasser, Strom und öffentliche Verkehrsmittel wisse sie nun mehr zu schätzen.

„Eine abenteuerliche Art der Fortbewegung, aber auch die einzig praktikable in Uganda.“

Anna Lipphardt

Während ihrer Zeit in Kampala sei sie jeden Tag mit einem sogenannten Boda Boda, einem Motorradtaxi, zur Arbeit gefahren. „Eine abenteuerliche Art der Fortbewegung, aber auch die einzig praktikable in Uganda“, erzählt die junge Frau. Dass auf den Gefährten mitunter auch Schweine, Getreidesäcke und Baumaterialien transportiert werden, gehöre zum Alltag.

Schnell ins Herz geschlossen

Die Einheimischen und vor allem die Kinder des Gemeindezentrums hatte Anna Lipphardt schnell ins Herz geschlossen. „Ich wollte ihnen helfen“, sagt sie. Deshalb sammelte sie in ihrer nordhessischen Heimat Spenden. Zudem verkaufte sie Kalender mit Fotomotiven aus dem „Trust Future Uganda“ zugunsten des Projekts. 3000 Euro sind auf diesem Weg zusammengekommen. Mehr, als die 20-Jährige je für möglich hielt. „Mit dem Geld konnten wir so viel erreichen“, erzählt sie. So gibt es nun endlich fließendes Wasser auf dem Gelände. Und die Kinder, von denen viele aus HIV-positiven Familien stammen, freuen sich über neue Spielgeräte. Außerdem wurden eine kleine Bücherei und ein Schreibwarenladen eingerichtet.

„Ohne die Spenden aus Deutschland wäre dies alles nicht möglich gewesen“, weiß Anna, die zwei Mädchen ein ganz persönliches Geschenk machte: Sie bezahlte ihre Schulgebühren, damit sie auch weiterhin den Unterricht im Gemeindezentrum besuchen können.

Den Kontakt zu den neuen Freunden aus Uganda will Anna Lipphardt unbedingt halten. „Sie berichten mir, was es Neues im Trust Future gibt.“ Schon bald will die junge Frau einen Urlaub in Uganda verbringen. In einem Land, das sie lieb gewonnen hat.

Von Pamela De Filippo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.