Verbesserungen sind geplant

Freude und Freizeit-Egoismus: Naturpark zieht Bilanz zum Langlauf-Angebot am Hohen Gras

Zogen eine Bilanz zur außergewöhnlichen Langlauf-Saison am Hohen Gras: Naturpark-Geschäftsführer Jürgen Depenbrock (links) und sein Mitarbeiter Joachim Fette.
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Zogen eine Bilanz zur außergewöhnlichen Langlauf-Saison am Hohen Gras: Naturpark-Geschäftsführer Jürgen Depenbrock (links) und sein Mitarbeiter Joachim Fette.

Der Ansturm auf die Langlauf-Loipen am Hohen Gras in den vergangenen Wochen sorgte beim Naturpark Habichtswald für viel Freude, aber auch Ärger. Von zu viel „Freizeit-Egoismus“ ist die Rede.

Kassel - Nach diesem Winter hat Joachim Fette vom Naturpark Habichtswald seinen Spitznamen bei den Kollegen weg: Der „Herr der Loipen“ sorgte mit dem Schneemobil bis zuletzt wochenlang dafür, dass täglich Hunderte Langläufer die Loipen am Hohen Gras befahren konnten. Vom Schnee ist dieser Tage zwar nichts mehr zu sehen, aber die negativen wie positiven Erfahrungen mit dem Ansturm auf die Loipen sind Fette und Naturparkgeschäftsführer Jürgen Depenbrock noch sehr präsent. Diese sollen nun genutzt werden, um das Angebot für Wintersportler weiterzuentwickeln.

Was positiv auffiel

Die Dankbarkeit der Langläufer sei spürbar gewesen, erzählt Fette. Er saß an den kalten Tagen täglich ab 5 Uhr morgens gut sechs Stunden auf dem Schneemobil, um das knapp 20 Kilometer lange Loipennetz am Hohen Gras mehrfach abzufahren und es zu walzen und zu spuren. „Viele haben mir gewinkt und den Daumen nach oben gestreckt“, erzählt Fette.

Die Dankbarkeit zeigte sich auch bei der Spendenbereitschaft. In der Spendenbox, die am Einstieg der Loipen steht, seien sicher tausend Euro zusammengekommen, erzählt Naturpark-Geschäftsführer Depenbrock. Das Geld könne man gut gebrauchen, denn der personelle Aufwand und die Wartung und Reparatur der Geräte kosteten den Naturpark Habichtswald jährlich viele tausend Euro.

Viele Langläufer meldeten sich beim Naturpark mit Lob und Hinweisen. Die in dieser Saison neu platzierten Schilder, die darauf hinweisen, dass die Skatingstrecken und gespurten Loipen nicht von Wanderern betreten werden sollen, seien gut angekommen, so Depenbrock.

Was besser werden soll

Depenbrock beobachtet einen zunehmenden „Freizeit-Egoismus“. So war etwa der viele Müll, der an den Loipen entsorgt werden musste, ein großes Ärgernis. Regelmäßig sammelten ihn Fette und seine Kollegen ein. Zudem gab es einige uneinsichtige Langläufer. Einer habe das Schneemobil sogar mehrere Minuten lang nicht an sich vorbeigelassen, obwohl der Mitarbeiter hupte und mehrfach darum gebeten hatte. Zudem seien Sportler teils abseits der Loipen querfeldein gefahren – und hätten auch auf Ermahnungen nicht reagiert. Ähnlich uneinsichtig habe sich auch so mancher Spaziergänger gezeigt, der trotz Hinweistafeln die mühevoll präparierten Skaterstrecken zertreten habe.

Aber auch an Stellen, wo der Naturpark Einfluss hat, soll es besser werden. So sei es nach starken Schneefällen schwer gewesen, jemanden zu finden, der die Wanderparkplätze räumt. Zudem sei das Schneemobil wegen eines Defekts ausgefallen und das Loipentelefon wegen einer Störung tagelang nicht erreichbar gewesen. „Das bedauern wir“, sagt Depenbrock. Auch an der Ausschilderung der Loipen will der Naturpark arbeiten. Diese könne an manchen Streckenpunkten noch besser sein.

Zudem wolle man prüfen, ob es nicht in der nächsten Saison möglich ist – wie früher – am Loipenhaus eine Art Kioskverkauf anzubieten, so Depenbrock.

Spendenaufruf

Es stehe zwar in den Sternen, wie viele Jahre der Naturpark das Loipen-Angebot wegen des Klimawandels noch anbieten könne, so Depenbrock. Er sei aber gewillt, in eine neue Walze für das Präparieren der Loipen zu investieren. Die alte müsse ersetzt werden. Für die Anschaffung würden aber noch Spender gesucht. (Bastian Ludwig)

Kontakt: Wer spenden möchte, wendet sich per E-Mail an: info@naturpark-habichtswald.de

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