Demonstrationen in der Kasseler Innenstadt

Fridays gegen Altersarmut in Kassel: Wie rechts ist die Bewegung, die für die Rente kämpft? 

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Sie wollen so erfolgreich werden wie Fridays for Future: Mahnwache von Fridays gegen Altersarmut am Samstag auf dem Opernplatz mit Organisator Werner Jürgen Maier (hockend vorn im Kapuzenpulli).

Nach Fridays for Future kommt nun Fridays gegen Altersarmut. Die Initiative gibt es auch in Kassel. Aber wie rechts ist diese Bewegung? 

  • Die Bewegung Fridays for Altersarmut demonstriert deutschlandweit gegen das Rentensystem.
  • Auch in Kassel ist die Initiative aktiv.
  • Die Kasseler Gruppe sieht sich als parteiunabhängig an.

Wer steckt hinter Fridays gegen Altersarmut?

Das ist nicht ganz einfach zu sagen. Bei Facebook gibt es gleich vier Gruppen, die sich "Fridays gegen Altersarmut" nennen. Die größte davon hat fast 325.000 Mitglieder und organisierte am Samstag republikweit zahlreiche Mahnwachen. In Kassel wurde die Veranstaltung der Initiative Fridays for Altersarmut, zu der 70 am Samstag meist ältere Menschen auf den Opernplatz in der Kasseler Innenstadt kamen, von Werner Jürgen Maier angemeldet. Der 66-Jährige war auch schon am 24. Januar auf dem Königsplatz dabei. Damals demonstrierte die Antifa gegen FGA. 

Im Bekanntenkreis kennt quasi jeder jemanden, der der "Fridays gegen Altersarmut"-Gruppe beigetreten ist. Die Bewegung scheint aus der Mitte der Gesellschaft zu kommen. Trotzdem gibt es immer wieder Vorwürfe, die Initiative sei von Rechten unterwandert. Zum einen, weil AfD-Politiker für sie Werbung machen, zum anderen, weil "Fridays for Altersarmut"-Gründer Heinz Madsen umstritten ist. Er benutzt mehrere Pseudonyme. Ein Bild zeigt ihn mit einem Thor-Hammer um den Hals – das Symbol ist vor allem bei Rechten beliebt.

Fridays gegen Altersarmut: Was fordert die Initiative?

Vieles, über was Armutsforscher schon seit Langem diskutieren. FGA plädiert für ein „solidarisches Rentensystem, das niemanden zwingt, Flaschen sammeln zu müssen, um zu überleben“. Das Logo der Bewegung Fridays gegen Altersarmut zeigt eine alte Frau, die eine Pfandflasche aus dem Müll holt. Auch bei der Demo in Kassel war es häufig zu sehen.

Sprach mit Passanten: Birgit Hofmann aus Homberg.

In das neue System sollen alle einzahlen – auch Beamte und Politiker. Die Rentenbesteuerung hält Organisator Maier für „verfassungswidrig“. Der ehemalige Landschaftsgärtner betont die Überparteilichkeit der Initiative: „Ich fühle mich von allen Parteien verraten, auch von der AfD, die für eine neoliberale Rentenpolitik steht.“

Wie waren die Reaktionen zur "Fridays gegen Altersarmut"-Demo in Kassel?

Birgit Hofmann war eigens aus Homberg zur "Fridays gegen Altersarmut"-Demo in Kassel angereist. „Wenn ich in Rente gehe, bleibt für mich nicht mehr viel übrig“, sagt die 53-Jährige. Auf der Königsstraße sprach die Bauzeichnerin Passanten an, von denen sie oft zu hören bekam: „Aber ihr seid doch rechts.“ 

Hofmann versuchte, sie vom Gegenteil zu überzeugen, und verteilte Flugzettel: „Wir sind nicht rechts oder links. Wir sind parteiunabhängig.“ Für die Polizisten, die die Mahnwache von vier Wagen aus rund um den Opernplatz in Kassel beobachteten, gab es nichts zu tun.

Wie geht es mit der Bewegung Fridays gegen Altersarmut in Kassel weiter?

Die nächste Mahnwache von Fridays gegen Altersarmut in Kasselsoll am 24. April stattfinden – zum ersten Mal an einem Freitag. Organisator Maier hofft, dass seine Bewegung so erfolgreich wird wie Fridays for Future: „In einem halben Jahr sollen alle Parteien über die Rente reden.“

Auch im Landkreis Kassel ist Altersarmut ein Problem. Immer mehr Senioren sind auf eine Grundsicherung durch das Sozialamt angewiesen, berichtet hna.de*.

Nicht nur in Kassel ist die Bewegung Fridays for Altersarmut aktiv. Auch in Witzenhausen wurde vor kurzem gegen das Rentensystem demonstriert, wie hna.de* berichtet.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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