Kanalbau auf Hochtouren

Friedrich-Ebert-Straße: Abwasserleitungen werden saniert

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Blick in Tiefe: Stefan Wunderlich (links) von der Firma Hermanns und Bauleiter Jochen Feldle inspizieren den fast acht Meter tiefen Stolleneinstieg.

Kassel. Sie haben einen schwierigen Job: Dietmar Rebensdorf und Luis del Canto buddeln sich durch die Erde. Das Handwerkszeug der Stollenbauer sind Bohrhammer, Hacke und Schippe - und viel Erfahrung. „Das ist reine Handarbeit da unten“, sagt Bauleiter Jochen Feldle von Kasselwasser.

Unter der Regie des Bauingenieurs werden die uralten Kanäle in und um die Friedrich-Ebert-Straße ausgetauscht. Zum Teil wie im Bergbau unter der Erde.

Kunststoffschläuche

Parallel dazu sind nun auch die Kanalsanierer im Einsatz. Sie kümmern sich um die Abwasserrohre rund um die Friedrich-Ebert-Straße, die in die Jahre gekommen sind, aber mit dem sogenannten Inliner-Verfahren wieder flottgemacht werden können. Dazu werden mit Harz getränkte Kunststoffschläuche in die alten Kanäle gezogen, die zu Rohren aushärten.

Das dauert sechs bis zehn Stunden. Da die Kanäle während dieser Zeit außer Betrieb sind, sollten die Anwohner so wenig wie möglich Wasser verbrauchen. Die Sanierer arbeiten unter anderem in der Jordanstraße, der Friedrich-Engels-Straße, der Bismarckstraße sowie in Teilen von Karthäuser- und Bürgermeister-Brunner-Straße. Kasselwasser will die betroffenen Anwohner über den genauen Einbautag vorab informieren.

Arbeit unter Tage: Luis del Canto (links) und Dietmar Rebensdorf bauen den Stollen unter der Friedrich-Ebert-Straße.

Laut Bauleiter Kai Himmelreich sollen die Arbeiten zügig über die Bühne gehen. Innerhalb von zwei Wochen werden 1,5 Kilometer Kanal saniert. Kosten: 320.000 Euro. Am Wochenende nach Pfingsten (24. bis 26. Mai) sind die Arbeiter rund um den Ständeplatz im Dauereinsatz. „Wir müssen auch nachts arbeiten“, sagt Himmelreich.

Ansonsten werde der Verkehr zu sehr beeinträchtigt. Mit einer starken Lärmbelästigung sei aber nicht zu rechnen. „Da laufen ein paar Aggregate.“ Am 28. Mai wollen die Sanierer fertig sei.

Die Kanalbauer haben noch viel länger zu tun. Die Baustelle zwischen Ständeplatz und Annastraße ist laut Bauleiter Feldle eine der größten der vergangenen zehn Jahre. Der alte Kanal von 1910, der in der Mitte der Friedrich-Ebert-Straße lag, hat ausgedient. Er wird durch zwei neue Kanäle ersetzt.

Bis Ende des Jahres soll der größere mit einem Durchmesser von einem Meter auf der Nordseite (Alte Hauptpost) liegen, ab den Sommerferien 2014 wird der kleinere Kanal (40 Zentimeter Durchmesser) auf der Südseite gebaut. Das wird voraussichtlich bis Frühjahr 2015 dauern. 320 Meter werden im Stollenbau erneuert, 600 Meter in offener Bauweise.

Nächste Woche arbeiten sich Dietmar Rebensdorf und Luis del Canto weiter nach Norden vor - an der Musikbar Fes vorbei in den oberen Teil der Karthäuserstraße.

Von Ellen Schwaab

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