Kassels Meile

Friedrich-Ebert-Straße ab nächstem Jahr Baustelle

Friedrich-Ebert-Straße ab nächstem Jahr Baustelle

Kassel. In der Friedrich-Ebert-Straße bleibt kein Stein auf dem anderen: Ab nächstem Jahr wird die Einkaufsmeile zwischen Ständeplatz und Goethestraße komplett auf den Kopf gestellt.

Drei Jahre lang werden Anwohner und Geschäftsleute mit Baulärm und Behinderungen vor ihrer Haustür leben müssen. Einen Vorgeschmack gibt es bereits ab nächster Woche. Ab 20. August werden die Wasserleitungen rund um die Karthäuserstraße ausgetauscht.

Bevor die Straßenbauer die in die Jahre gekommene Friedrich-Ebert-Straße in einen von Bäumen bestandenen Boulevard mit bis zu 30 Parkplätzen mehr (zurzeit sind es bis zu 149) und vier Meter breiten Bürgersteigen verwandeln, werden 2013 alle Leitungen erneuert. Kanal, Wasser, Strom, Fernwärme - alles wird ausgetauscht.

Bei den Kanälen, die allesamt aus dem späten 19. Jahrhundert stammen, wird zum Teil wie im Bergbau unterirdisch gearbeitet. Statt eines zentralen Kanals in der Mitte mit langen Hausanschlüssen wird es in der Friedrich-Ebert-Straße künftig zwei Kanäle geben, die näher an den Gebäuden liegen. Die Ablaufpläne stellten Stadtplaner Jens Herzbruch, Markus Funke vom Straßenverkehrsamt und Frank Koch von Kasselwasser nun bei einer Bürgerversammlung in der Luisenschule vor.

Gearbeitet wird danach in vier Abschnitten zunächst auf der Nordseite (alte Hauptpost, Landesversicherungsanstalt) und erst dann auf der Südseite. Der Kanalbau beginnt im Februar 2013 in der Karthäuserstraße / Friedrich-Ebert-Straße. Dann wird auch auf der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße von der Hauptpost bis zur Goethestraße gearbeitet.

Im Sommer kommt der Abschnitt bis zum Ständeplatz dazu. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt sind mit 1,6 Mio. Euro veranschlagt, weitere 600 000 Euro fallen für die Südseite an. Laut Koch wird es keine Umlage für die Anlieger geben. Diesen wird aber geraten, ihre Hausanschlüsse bei Bedarf in Ordnung zu bringen, die während der Arbeiten auf Schäden untersucht werden. Mit der sogenannten Inlinersanierung, bei der ein neues Rohr in den alten Kanal geschoben wird, sei das relativ einfach zu machen.

Damit die Verkehrsführung, die in der Regel einseitig sein wird, nicht allzu oft geändert werden muss, sind längere Bauphasen geplant. Die Straßenbahn soll mit Ausnahme der Sommerferien weiter durch die Friedrich-Ebert-Straße fahren. 2014 und 2015 kommen Straßen- und Gleisbau an die Reihe. Herzbruch räumte ein, dass die Belastung dennoch hoch sein wird. „Das ist uns natürlich klar“, sagte er. Dafür habe man nach drei Jahren „eine hochattraktive Innenstadtstraße“.

Ein Boulevard zum Flanieren

Der geplante Umbau der Friedrich-Ebert-Straße ist mit vielen Vorteilen für Fußgänger und Radfahrer verbunden, bringt aber auch Nachteile für Autofahrer. Diese müssen sich künftig die Fahrbahn mit der Straßenbahn teilen. Staus beziehungsweise Behinderungen durch Lieferwagen auf der Einkaufsmeile scheinen deshalb vor allem während der Hauptverkehrszeiten programmiert. Die Planer sehen das anders.

Sie verweisen auf ein Verkehrskonzept, wonach selbst bei einem zehn Prozent höheren Verkehrsaufkommen in den Hauptverkehrszeiten am späten Nachmittag keine nennenswerten Behinderungen zu erwarten seien. Fußgänger können nach dem Umbau auf vier Meter breiten Bürgersteigen flanieren. Ein Mittelstreifen soll es leichter machen, die Einkaufsmeile zu überqueren. Außerdem werden Radstreifen angelegt. Für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße sowie der Germania- und Goethestraße sind elf Millionen Euro veranschlagt. Das Projekt wird vom Land gefördert. (els)

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