Schlechte Manieren zur Fußball-WM in Kassel

Friedrich-Ebert-Straße: Pinkler auf der Partymeile - Anwohner sauer

Kassel. Wenn es nach Walter Pape, Chef des Geschäfts „Etuis Mertl“ an der Friedrich-Ebert-Straße, ginge, hätte die deutsche Mannschaft bereits gegen Algerien ausscheiden können. Und das sagt Pape nicht, weil er etwas gegen Fußball oder das deutsche Team hätte.

Der Geschäftsmann, der seinen Laden an der Partymeile der Friedrich-Ebert-Straße hat, hat einfach nur die Nase von Feiernden ohne Manieren voll.

Nach den Spielen der deutschen Mannschaft sei wieder vor sein Geschäft und in den Hinterhof uriniert worden. „Am Freitag wird das eine Katastrophe. Dann gibt es hier wieder chaotische Verhältnisse“, sagt Pape.

Und dabei hat die Stadt Kassel doch erklärt, dass auf der Friedrich-Ebert-Straße aufgrund der Baustellensituation bei dieser WM keine „Fanmeile“ stattfinden darf. Vor dem Spiel am Freitag hat ein Stadtsprecher noch einmal „eindringlich“ in einer Presseerklärung darauf hingewiesen.

Die Realität sieht aber anders aus: Trotz Fanmeilen-Verbots waren allein in der Nacht zum Dienstag 700 Feiernde auf der Friedrich-Ebert-Straße. Die Polizei sperrte deshalb die Straße. Es ist davon auszugehen, dass es am Freitag Tausende auf die Meile in den Vorderen Westen ziehen wird. Auch nach dem Spiel - unabhängig vom Ausgang.

Die Stadt kündigt an, dass Polizei und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes überwachen werden, ob Feiernde auf die Straße und die Büsche pinkeln. Im Einzelfall werde das mit einem Bußgeld von über 100 Euro sanktioniert.

Laut Pape greift das Ordnungsamt hier nicht konsequent genug durch. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter um 23.30 Uhr Feierabend haben. Danach könne ungeniert uriniert werden.

Pape wäre es am liebsten, wenn die Fanmeile umzäunt würde. „So wie früher bei den Honky-Tonk-Festivals.“ Mit Toilettenwagen, Sicherheitsdienst und klaren Regeln. Dann dürften die Fans auch nicht ihre eigenen Getränke mitbringen, weniger Scherben würden auf der Straße rumfliegen.

Bereits vor zwei Jahren - nach der Europameisterschaft - hatte das Kasseler Ordnungsamt angekündigt, dass es für die WM 2014 in Brasilien eine offizielle Fanmeile mit einem verantwortlichen Veranstalter geben soll. Dieser Plan ist bis heute nicht umgesetzt worden. (use)

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