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Historie in Kassel: Friedrichsplatz war vor dem Krieg schon einmal Standort für den Weihnachtsmarkt

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Von: Thomas Siemon

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Wenn in diesem Jahr wieder der Weihnachtsmarkt in Kassel beginnt, dann hat das eine lange Tradition – vor allem am Friedrichsplatz.

Kassel – Kassel Marketing als Organisator erinnert daran, dass nach längerer Pause der Markt vor 50 Jahren erstmals wieder am Friedrichsplatz stattfand. Wir haben mal im Archiv der HNA geblättert und sind fündig geworden. Die Schausteller seien ins Zentrum zurückgekehrt, ist da in der Montagsausgabe vom 3. Dezember 1972 zu lesen. Damit knüpfte Kassel an die Weihnachtsmärkte vor dem Krieg an. Am Montag, 21. November, startet der Kasseler Weihnachtsmarkt in diesem Jahr.

Nach dem Altmarkt im frühen 18. Jahrhundert und dem Königsplatz ab 1767 war der Friedrichsplatz lange Zeit die erste Adresse für den Weihnachtsmarkt. Das änderte sich nach dem Krieg, als ein ständiger Wechsel erfolgte. Ständeplatz, Entenanger, Karlsplatz und Messeplatz hießen die Stationen mit sehr unterschiedlicher Resonanz bei den Besuchern. Von 1959 bis 1968 fiel der Markt ganz aus.

Vor dem Krieg: So sah der Weihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz in den 1930er-Jahren aus. Im Hintergrund ist das Preußische Staatstheater zu sehen.
Vor dem Krieg: So sah der Weihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz in den 1930er-Jahren aus. Im Hintergrund ist das Preußische Staatstheater zu sehen. © Carl Eberth/Stadtarchiv Kassel

Weihnachtsmarkt in Kassel: Neustart 1972 am Friedrichsplatz

23 Schausteller sorgten 1972 nach einem Intermezzo am Entenanger dann für den Neustart am Friedrichsplatz. Es gab Speckkuchen und Zuckerwatte, Holzspielzeug und auch ein Kinderkarussell. 13 Jahre später kam dann die Erweiterung mit den Ständen auf dem Königsplatz. Ein Märchenweihnachtsmarkt wie heute mit einheitlichen Holzbuden, einer großen Weihnachtspyramide und anderen Attraktionen war das zunächst noch nicht.

Bei der Premiere 1985 war auch der Finne Hannu Salonen schon dabei. „Damals gab es auf dem Königsplatz noch eine unterirdische Toilette. Unser Stand war direkt neben dem Zugang für die Männer“, erinnert er sich. Einige dunkelbraune Hütten auf einer Teilfläche des Königsplatzes, so bescheiden sei das Angebot gewesen. Aber er hat ebenso wie viele andere Standbetreiber etwas daraus gemacht.

Rückkehr 1972: Vor 50 Jahren wurden am Friedrichsplatz wieder Weihnachtsmarkt-Buden aufgestellt.
Rückkehr 1972: Vor 50 Jahren wurden am Friedrichsplatz wieder Weihnachtsmarkt-Buden aufgestellt. © Hans Joachim Baron

Weihnachtsmarkt in Kassel durch die Krisen: Heute Corona, früher BSE-Skandal

Während aktuell Corona und der Krieg in der Ukraine die Schlagzeilen bestimmen, gab es früher andere Aufreger. Auf dem Höhepunkt des BSE-Skandals Ende der 1990er-Jahre um Fleisch von kranken Rindern verwiesen die Imbissbetreiber stolz darauf, dass es bei ihnen nur Schweinebratwürste gebe. Und als die umstrittene Holztreppe im Jahr 2000 auf dem Königsplatz in einer nächtlichen Aktion entfernt worden war, freuten sich einige Standbetreiber über mehr Platz für ihre Buden.

Was sich vor 50 Jahren noch kaum jemand vorstellen konnte: Der Märchenweihnachtsmarkt ist bundesweit zu einer Marke und zu einem Publikumsmagneten geworden. Auch in diesem Jahr werden wieder Reisebusse mit Besuchern aus der ganzen Republik erwartet.

Die Aufnahme zeigt den Friedrichsplatz mit dem Zirkuszelt von Flic Flac und dem Weihnachtsmarkt.
Der Standort hat sich bewährt: Die Aufnahme zeigt den Friedrichsplatz mit dem Zirkuszelt von Flic Flac. © Kasten Socher

Fotoaktion: Haben Sie noch ältere Fotos vom Kasseler Weihnachtsmarkt? Dann melden Sie sich bitte unter 05 61/ 20 31 40 7 oder schreiben uns eine Mail an kassel@hna.de. (Thomas Siemon)

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