Keine Billigpreise mehr

Friseurbesuch wird auch in Kassel deutlich teurer

Kassel. Seit August bekommen hessische Friseure mehr Geld. So soll der Beruf wieder attraktiver werden. Kunden müssen sich allerdings auf höhere Preise einstellen. 

Der Haarschnitt beim Friseur wird teurer. Seit August bekommen hessische Friseure mehr Geld. Darauf haben sich die Gewerkschaft Verdi Hessen und der Landesinnungsverband Friseurhandwerk geeinigt. Die neuen Tarifverträge sehen vor, dass die Löhne bis 2021 stufenweise und je nach Qualifikation um bis zu 25 Prozent steigen.

„Die Friseure werden die Preise drastisch erhöhen müssen“, meint Mehran Poursharifi, Mitglied im Landesinnungsverband und Betreiber des Haarstudios Figaro Mehran in Fuldatal. Ein Kurzhaarschnitt für Damen kostet in seinem Salon 45 Euro. „Das ist das Mindeste, was Friseure nehmen müssen“, ist Poursharifi überzeugt.

Dass manche Betriebe mit Billigpreisen von zehn oder 15 Euro über die Runden kommen, macht auch Obermeisterin Alexandra Kaske-Diekmann stutzig: „Da fragt man sich, wie das geht“, sagt die Kasseler Friseurmeisterin.

Ihren Mitarbeitern zahlt die 52-Jährige bereits seit Jahren mehr, als es der gesetzliche Mindestlohn vorsieht. „Mehr zahlen kann man immer“, sagt Kaske-Diekmann. „Nur den Mindestlohn unterwandern geht eben nicht.“

Von den neuen Tarifverträgen verspricht sich die Obermeisterin auch, dass der Beruf wieder attraktiver wird. „Im Konkurrenzkampf um Auszubildende sind wir damit ein Stück vorangekommen.“ Jetzt gelte es, den Betrieben Zeit zu geben, die Preise anzupassen und die Kunden davon zu überzeugen.

Für ungelernte Kräfte im Salon steigt der Stundenlohn ab sofort von 8,84 Euro auf 9,34 Euro und bis Januar 2021 auf 10,13 Euro. Für Meister beträgt der Aufschlag bis 2021 knapp 25 Prozent. Statt bislang 12,74 bekommen sie ab sofort 14,84 Euro die Stunde ausgezahlt. Im ersten Lehrjahr steigt die Vergütung für Auszubildende von bisher 450 Euro pro Monat auf 500 und später in drei Schritten auf 540 Euro monatlich an.

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