Obermeisterin Alexandra Kaske-Diekmann war beteiligt

Tarifpartner einigten sich: Friseure wollen 8,50 Euro zahlen

Setzen sich für Mindestlohn ein: die Obermeisterinnen Ingrid von Künßberg (Waldeck-Frankenberg), Regina Arendt (Hofgeismar Wolfhagen) und Alexandra Kaske-Diekmann (von links). Foto: Koch

KasseL. Schluss mit Dumpinglöhnen in den Friseursalons: Die Tarifpartner im Friseurhandwerk wollen Niedriglöhnen, die schon mal bei 4,50 Euro die Stunde liegen können, ein Ende bereiten.

Auf einen Mindeststundenlohn von 8,50 Euro für Friseure in Ost und West ab August 2015 haben sich jetzt in einer ersten Verhandlungsrunde der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks und die Gewerkschaft Ver.di geeinigt. An diesem Ergebnis war maßgeblich auch die Obermeisterin der Friseur-Innung Kassel, Alexandra Kaske-Diekmann, beteiligt. Sie ist als stellvertretende Landes-Innungsmeisterin und Sprecherin der Landesverbände West Mitglied der Tarifkommission.

„Wertiger Beruf“

„Ein im Friseurhandwerk arbeitender Mensch muss von seiner Erwerbstätigkeit auch seinen Lebensunterhalt verdienen können“, sagt Kaske-Diekmann. Die Friseure seien überzeugt, dass sich mit der jetzt erzielten Einigung das Friseurhandwerk entwickelt, der Beruf attraktiv gestaltet werden kann und weiterhin gute Mitarbeiter gefunden werden. „Trotz der wirtschaftlichen Probleme, die dadurch in manchen Bereichen eintreten können“, räumt Kaske-Diekmann ein. Ihre Kollegin Regina Arendt, Obermeisterin der Innung Hofgeismar Wolfhagen, fügt hinzu: „Wir haben einen wertigen Beruf und das wollen wir sichtbar machen.“ Ziel der Initiative sei ein einheitlicher Lohn und eine Allgemeinverbindlichkeit.

„Der Mindestlohn soll zudem Geschäftsmodellen die Grundlage entziehen, „die sich durch Lohndumping Wettbewerbsvorteile verschaffen.“ Wer Friseurbesuche für zehn Euro anbiete, könne seinen Mitarbeitern kaum einen Lohn zahlen, von dem ein Lebensunterhalt bestritten werden kann. Es müsse Schluss sein mit der Praxis, dass Mitarbeiter im Friseurhandwerk mit Hartz IV aufstocken müssen. Deshalb hoffen die nordhessischen Obermeisterinnen auch auf die Solidarität der Kunden. Beim Friseur werde auf den Cent geachtet, in der Autowerkstatt blätterten die meisten, ohne mit der Wimper zu zucken, Hunderte von Euro hin. Auch von den Politikern erhoffen sich die Arbeitgeberinnen im Friseurhandwerk Unterstützung. „Die Politik muss uns den Rücken stärken und für entsprechende Kontrollen sorgen.“ Bis Ende Juni soll der Mindestentgelt-Tarifvertrag unterschrieben werden. (chr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.