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Kasseler sind froh über Wintersport vor ihrer Haustür

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Erst gerodelt, dann lecker im Gasthaus am „Hohen Gras“ gegessen: Lukas Wiegand (vorne) machte am Samstag einen Ausflug mit Großmutter Iris Ketelheun, Bruder Tim, Mutter Nina Wiegand und Hund Kiro.
Erst gerodelt, dann lecker im Gasthaus am „Hohen Gras“ gegessen: Lukas Wiegand (vorne) machte am Samstag einen Ausflug mit Großmutter Iris Ketelheun, Bruder Tim, Mutter Nina Wiegand und Hund Kiro. © DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Viele Menschen bewegten sich am Wochenende beim Wintersport im Habichtswald.

Kassel – Die meisten Gesichter waren von der Kälte ein wenig gerötet. Das Gros der Menschen, die am Wochenende am Hohen Gras, rund um das Herbsthäuschen, am Schloss Wilhelmshöhe und am Herkules unterwegs waren, machten aber einen sehr glücklichen Eindruck. Sie zogen Schlitten verschiedener Bauart und Reifen die Hügel hinauf, um anschließend wieder darauf runtersausen zu können. Hauptsache schnell.

Auch Tim und Lukas Wiegand waren mit ihrer Mutter Nina Wiegand und Großmutter Iris Ketelheun am Hohen Gras unterwegs. Nachdem sie mehrfach gerodelt waren, gab es eine leckere Stärkung im Gasthaus am „Hohen Gras“. Der sechsjährige Tim erzählte, dass er in Österreich auch schon mal Ski gelaufen ist. Am Hohen Gras war der Lift aber außer Betrieb.

Dabei könne man hier schon gut Skilaufen, sagte Martin Bussas aus Kassel, der ursprünglich aus Bayern stammt. Er machte am Samstag auch eine Abfahrt am Hohen Gras. „Das ist zwar kein spektakulärer Hang, aber er ist praktisch, wenn man in der Stadt wohnt.“ Für eine zweite Abfahrt musste er seine Ski aber wieder den Hang hochschleppen.

Ob ein Hang spektakulär ist oder nicht, liegt auch immer im Auge des Betrachters. „Das ist schon ziemlich steil“, sagte der 30-jährige Eric Soika aus Kassel, als er am Samstagnachmittag auf einem alten Schlitten am Fuß des Schlosses Wilhelmshöhe saß und den Hügel hinabschaute. Er sei zum letzten Mal Schlitten gefahren, als er in der Grundschule gewesen sei, so Soika.

Als er mit seiner Partnerin im Bergpark unterwegs gewesen sei und die ganzen Schlitten gesehen habe, hätten sie sich spontan entschlossen, es auch zu wagen. Schnell holten sie den Schlitten von seinen Eltern.

Soika räumte aber ein, dass er noch nie den Hang am Schloss runtergerodelt ist. Auch als Kind nicht. Aber es gibt wohl solche Dinge, die man mit 30 irgendwann mal gemacht haben muss. Also wagte er es. Und fiel erst nach geschätzt 70 Metern vom Schlitten.

Nicht alle, die am Schloss unterwegs waren, zeigten so viel Mut. Viele Menschen genossen am Wochenende auch einfach nur das Spazierengehen im Schnee und stärkten sich zwischendurch mit warmen Getränken und einer Bratwurst.

Ganz sportlich waren am Sonntag hingegen Marion Becker, Anke Schwarzbach und Veronika Moers aus Kassel. Die drei Frauen waren am Vormittag auf den Loipen-Parkplatz an der Ehlener Straße gefahren, um von dort Skilanglauf zu machen.

Die Strecken waren gestern von den Mitarbeitern des Naturparkbetriebshofes Habichtswald erstmals gewalzt worden, allerdings noch nicht gespurt. Die Bedingungen seien nicht ganz einfach, erzählten die drei Frauen. Der Schnee sei relativ pappig gewesen. Zudem kritisierten die Langläuferinnen, dass zu viele Fußgänger auf den Strecken der Langläufer unterwegs seien. Allerdings sind die drei Frauen glücklich darüber, dass sie überhaupt vor ihrer Haustür Langlauf machen können. (use)

Das erste Mal: Eric Soika auf dem Schlitten am Schloss Wilhelmshöhe.
Das erste Mal: Eric Soika auf dem Schlitten am Schloss Wilhelmshöhe. © Schachtschneider, Dieter
Waren auf Langlauf-Ski unterwegs: (von links) Marion Becker, Anke Schwarzbach und Veronika Moers.
Waren auf Langlauf-Ski unterwegs: (von links) Marion Becker, Anke Schwarzbach und Veronika Moers. © ULRIKE PFLÜGER-SCHERB

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