Oskar-von-Miller-Schule: Umbauarbeiten abgeschlossen - Berufsschulzentrum 2 für 37 Mio. Euro saniert

Frontalunterricht ist hier passé

Lernende, ein Lehrender und ein neuer Raum: Stephan Kocinski, Alexander Hilgenberg, Berufsschullehrer Thorsten Bauer, Lars Pfeiffer und Eugen Peil. Foto: Koch

Kassel. Jetzt strahlt im Wesertor das Kasseler Berufsschulzentrum 2 nicht nur aufgrund innerer Werte, sondern auch mit seinem äußeren Erscheinungsbild. Die Oskar-von-Miller-Schule (OvM) und die benachbarte Max-Eyth-Schule sind frisch generalsaniert. Mit dem Abschluss des letzten Sanierungsabschnittes an der OvM sind die vor über 20 Jahren begonnenen Arbeiten an dem Schulgebäude aus den 1960er-Jahren vorerst beendet. Insgesamt hat der Schulträger, die Stadt Kassel, 37 Millionen Euro in die Sanierung der beiden Schulen investiert, davon allein 16,5 Millionen Euro in die OvM.

Gestern fand die feierliche Übergabe der zuletzt sanierten Räume in der OvM statt. Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste von dem OvM-Pionierprojekt Selbstverantwortung plus ein Bild machen. Denn: Das vor fünf Jahren gestartete pädagogische Modell mit einer völlig neuen Lehr- und Lernkultur hat Auswirkungen auch auf die Architektur: Auf jeder der drei Etagen des Hauptgebäudes gibt es jetzt statt der alten Klassenräume je einen großen sogenannten Max-Raum, wo auf einer Ebene 60 bis 80 Schüler gleichzeitig lernen können. Frontalunterricht ist passé.

Stattdessen gibt es individuelle Lerninseln für Schülergruppen. Unterricht wird von den Lehrern nicht mehr vorgegeben, sondern die Schüler fragen ihn nach. Für dieses eigenständige, praxisnahe Lernen stehen den Schülern Lehrmittel auf höchstem technischen Stand, unter anderem 250 PC- und 20 Mac-Book-Arbeitsplätze, zur Verfügung.

„Schule der Zukunft“

Anschaulich beschrieb der verantwortliche Architekt Claus Wienke vom Büro Sprengwerk die Verwandlung der Schule: Der Wunsch der Schule nach Öffnung sei immer größer geworden. Am Ende war die Auflösung der Wände gewünschtes Ziel. In nur neun Monaten seien Tonnen von Mauerwerk aus- und Tonnen von Stahlträgern eingebaut worden. Er sagte: „Es ist schön, an einer Schule der Zukunft beteiligt zu sein.“

Ein strahlender Schulleiter Günter Fuchs resümierte: „Der Sanierungsmarathon ist beendet.“ Sein Dank ging vor allem an das städtische Hochbauamt. Bei der „völligen Umorientierung“ der Schule gebe es jetzt drei Pädagogen: die Lernenden und Lehrenden und den Raum.

Großes Lob gab es auch von Oberbürgermeister Bertram Hilgen: Wie sich Kassel wirtschaftlich entwickele, hänge auch von der Arbeit des Berufsschulzentrums 2 ab.

Mehr zum Thema: www.hna.de/wiki

Von Christina Hein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.