Wenige Handgriffe können Brüche verhindern – Hier die wichtigsten Tipps

Frost macht Rohre kalt

Nach dem Rohrbruch in dem Wohnhaus in Uslar war eine Wohnung im Parterre komplett mit Wasser vollgelaufen. Foto: Dumnitz

Kassel. Wasserrohrbrüche sind heimtückisch. Meist werden sie erst Tage später bemerkt, wenn das Rohr vom Eis längst gesprengt wurde. So tritt der eigentliche Wasserschaden erst dann auf, wenn Tauwetter das Eis im Rohr zum Schmelzen bringt – und das Wasser dann ungehindert austreten kann.

„Wie hoch der Schaden ist, der jeden Winter durch Wasserrohrbrüche entsteht, lässt sich für den Raum Kassel nur schwer beziffern“, sagt Uwe Loth, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Richtig rund ginge es für die Sanitärbetriebe immer nach „längeren Frostperioden mit Temperaturen unter zehn Grad minus“, sagt Loth. Rund zehn Prozent der Aufträge drehten sich dann um gebrochene Rohre.

Die Allianz schätzt, dass die deutschen Schadenversicherer über eine Milliarde Euro pro Jahr für Leitungswasserschäden in der Gebäudeversicherung zahlen. Wasserschäden kommen zehnmal häufiger vor als Brände. Fakt ist, dass die Saison der Wasserrohrbrüche jetzt wieder beginnt. „Fakt ist aber auch, dass sich Rohrbrüche gut vermeiden lassen, wenn nur einige Ratschläge beherzigt werden“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Die Tipps seien in aller Regel leicht umzusetzen. • Draußen im Garten oder in unbeheizten Kellerräumen sollten Leitungen unbedingt entleert werden. Das gilt auch in ungenutzten und unbeheizten Gebäuden wie Gartenlauben oder Ställen.

Wichtig dabei: Wasserhähne sollten geöffnet bleiben, damit die Dichtungen nicht einfrieren. Dort, wo es sich anbietet, können Leitungen auch isoliert werden, was allerdings mit einem höheren Aufwand verbunden ist.

„Ein vorbeugender Schutz zur Vermeidung von Rohrbrüchen ist in der Regel preisgünstiger als jeder Wasserschaden.“

Ingo Pijanka Städtische werke

• Fenster und Türen von unbeheizten Kellerräumen, in denen sich Wasserleitungen oder Wasserzähler befinden, sollten geschlossen und möglichst gut abgedichtet werden. • Alle Räume sollten so beheizt sein, dass die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt sinken können. Daher sollte trotz hoher Energiepreise die Heizung nie ganz ausgedreht werden. Sind in einzelnen Räumen keine Heizungen vorhanden, können Heizlüfter aufgestellt werden, die ein Absinken der Temperatur unter den Gefrierpunkt verhindern.

„Ein vorbeugender Schutz zur Vermeidung von Rohrbrüchen ist in der Regel preisgünstiger als jeder Wasserschaden“, sagt Pijanka. Selbst wenn über den Winter die Heizung in ungenutzten Räumen nicht ganz abgestellt werde: „Die Energiekosten machen sich im Vergleich zu den Kosten eines Wasserschadens immer bezahlt.“

Von Boris Naumann

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