Frühere SMA-Mitarbeiter haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Thomas Scharmakowski (sitzend) freut sich über seinen neuen Job bei Biozoom. Unser Foto zeigt ferner Silke Sennhenn (von links), Abdulrahman Yigit und Hardy Hoheisel. Foto: Schachtschneider

Kassel. Hardy Hoheisel und Thomas Scharmakowski sind froh. Ersterer, weil er nach langer Suche endlich einen neuen Mitarbeiter für die Entwicklungsabteilung seiner Firma Biozoom gefunden hat, und der andere, weil er Anfang Mai vom Solartechnik-Hersteller SMA nahtlos auf seine neue Stelle wechseln konnte.

Wie berichtet, baut SMA gut 1100 bis 1200 Vollzeitstellen am Stammsitz ab - das sind 1400 bis 1500 Köpfe.

Dass der Übergang so schnell und reibungslos funktioniert hat, ist auch das Verdienst der Kasseler Agentur für Arbeit, die gleich nach Bekanntwerden der Abbaupläne in nur zwei Tagen in enger Kooperation mit SMA eine mittlerweile wieder aufgelöste Außenstelle in Firmenräumen eingerichtet hat. In der Spitze waren bis zu fünf Mitarbeiter gleichzeitig dorthin abgeordnet. „Unser Ziel war und ist die Job-zu-Job-Vermittlung“, sagt Agentur-Sprecherin Silke Sennhenn. Das heißt: Die Arbeitsverwaltung will möglichst viele SMAler direkt in neue Arbeit bringen - ohne den Umweg der Arbeitslosigkeit.

Das scheint gut zu gelingen, zumal das Interesse der Wirtschaft an Fachkräften dank einer boomenden Konjunktur riesig ist. Unternehmen aus allen Branchen und dem gesamten Bundesgebiet haben Personalbedarf gemeldet. In einer eigens eingerichteten Jobbörse wurden Hunderte von Stellen angeboten.

Mehrere Angebote

Elektrotechniker Scharmakowski jedenfalls, der vor fünf Jahren aus dem Odenwald zu SMA kam, fühlt sich wohl bei Biozoom, einem kleinen Entwickler und Hersteller von Diagnose- und Messtechnik im medizinischen Bereich. „Der neue Job macht Spaß“, sagt er. Eigentlich habe er sich nach dem Ausscheiden bei SMA weiterbilden wollen, „doch dann hat mir die Agentur in kürzester Zeit mehrere Stellenangebote gemacht - da habe ich zugegriffen“. Am 25. Februar hat er sich bei der Agenturaußenstelle bei SMA als arbeitssuchend gemeldet, zwei Tage später einen Vermittlungstermin erhalten und vier Tage danach den ersten Vorschlag erhalten. „Das ging echt schnell“, sagte der Techniker. Abdulrahman Yigit von der Agentur erklärte, dass man binnen Wochen 855 SMAler beraten habe. Auch Hoheisel bestätigt, wie schnell und unbürokratisch die Vermittlung gelaufen ist. „Das war richtig gut“, lobt er das Agentur-Team. Mittlerweile hat sein 16-Mitarbeiter-Unternehmen zwei ehemalige SMAler an Bord. Ein weiterer wird gerade gesucht.

Wie viele der Betroffenen am Ende als Leistungsbezieher bei der Agentur landen, ist noch nicht klar. Weil die große Freisetzungswelle erst bevorsteht, wird es verlässliche Zahlen wahrscheinlich erst im August geben. Allgemein wird aber erwartet, das nur ein kleiner Teil unversorgt bleibt.

Yigit weist Arbeitgeber und -nehmer nochmals auf das bundesweite Jobportal unter www.arbeitsagentur.de hin und unterstreicht, dass man Beschäftigte nach Arbeitgeberwünschen und bedarfsgerecht qualifiziere.

Hintergrund: Vitamin-Bestimmung

Die Biozoom Service GmbH hat mit dem Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik an der Uni Kassel ein neuartiges Messverfahren zur Bestimmung des Vitamingehalts im Körper entwickelt und produziert die Geräte auch. Sie haben die Größe einer Computermaus und schicken Licht in die Haut . Die Reflexionen geben Aufschluss über bestimmte Stoffe in der Haut. Die messbaren Spektraleffekte sind für verschiedenste Substanzen so typisch wie ein Fingerabdruck.

So können gesundheitsrelevante Substanzen wie Vitamine und Spurenelemente im Körper identifiziert und quantifiziert werden. Künftig soll das Verfahren auch eine verlässliche Blutzucker-, Laktat- und Sauerstoffbestimmung über die Haut ermöglichen. Auch Cholesterin- und Diabetes-Erkennung sollen bald möglich sein.

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

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