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Frühstücken unter Künstlern im Hotel Hessenland

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Von: Axel Schwarz

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Sie machen das denkmalgeschützte Foyer gastlich: Dilan Altun und Nico Di Carlo wollen auch die Hotelbar „Grille“ wieder öffnen. Am kommenden Samstag gibt es dort eine öffentlich zugängliche Party.
Sie machen das denkmalgeschützte Foyer gastlich: Dilan Altun und Nico Di Carlo wollen auch die Hotelbar „Grille“ wieder öffnen. Am kommenden Samstag gibt es dort eine öffentlich zugängliche Party. © Andreas Fischer

Das Hotel Hessenland wird einer der Schauplätze der documenta. Ab sofort ist der Restaurantbereich fürs Publikum geöffnet, in Kürze wird auch die Hotelbar belebt.

Kassel – Nach längerem Leerstand sind im Hotel Hessenland am Brüder-Grimm-Platz die Vorbereitungen im Gange, das Haus zu einem Treffpunkt für Besucher und Akteure der documenta fifteen zu machen. Von den neuen Eigentümern, einer Kasseler Investorengruppe, hat die documenta das Hotel gemietet. Im Wechsel wohnt dort zurzeit jeweils rund ein Dutzend Künstler, die in Kassel ihre Arbeiten für die Weltkunstschau vorbereiten.

Die Restaurant-Etage „Königsschänke“, wo die internationalen Gäste frühstücken, ist ab dem heutigen Montag (14.3.2022) auch fürs allgemeine Publikum geöffnet. Werktags von 7.30 bis 12.30 Uhr, an den Wochenenden ab 9 Uhr, kann man im 50er-Jahre-Charme des „Hessenland“ beim Frühstück oder Vormittagskaffee schon etwas documenta-Atmosphäre schnuppern.

documenta-Akteure im Frühstücksrestaurant: Sunny Dolat (links) und Njoki Ngumi vom Künstlerkollektiv „The Nest“ aus Nairobi (Kenia) haben bis gestern eine Woche im „Hessenland“ logiert.
documenta-Akteure im Frühstücksrestaurant: Sunny Dolat (links) und Njoki Ngumi vom Künstlerkollektiv „The Nest“ aus Nairobi (Kenia) haben bis gestern eine Woche im „Hessenland“ logiert. © Andreas Fischer

Ab nächster Woche, vom 21. März an, wird das Restaurant dann auch abends geöffnet und eine Vielfalt kleiner Tellergerichte nach dem Tapas-Prinzip bieten. Nach documenta-Vorgaben werde es viel Vegan-Vegetarisches mit Fokus auf Bio-Qualität und regionalen Lieferanten geben, kündigt Gastgeberin Dilan Altun an. Aber auch Nordhessisches werde zur Geltung kommen – ein „veganes Weckewerk“ werde etwa geboten.

Ebenso wie Küchenchef Sebastian Röhl kommt Dilan Altun von der früheren Crew des „Holy Nosh Deli“ im vorderen Westen. Koordiniert werden die gastronomischen Aktivitäten im „Hessenland“ vom ehemaligen „Rokkeberg“-Betreiber Nico Di Carlo. Er ist im Hauptjob heute Marketingleiter bei der Hütt-Brauerei, die auch ein spezielles Bier im Ruru-Design für die documenta produziert.

Wenn die Weltkunstschau am 18. Juni startet, wird der Restaurantbereich im Hotel laut Di Carlo durchgängig geöffnet sein: „Dann kommen auch Mittagstisch, Kaffee und Kuchen dazu.“ Schließlich wird das „Hessenland“ auch einer der Ausstellungsorte der documenta werden: Im geschichtsträchtigen früheren Ballsaal des Hauses laufen – streng abgeschirmt – bereits die Vorbereitungen für eine Kunstpräsentation.

Um das imposante Hotelfoyer mit seinem Wirtschaftswunder-Flair und der denkmalgeschützten Wendeltreppe auch abends zum Anziehungspunkt für das Kunstpublikum zu machen, will das Gastro-Team auch die Hotelbar „Grille“ im Foyer bespielen. Dies soll am Samstagabend, 19. März, mit einer Eröffnungsparty eingeläutet werden. Diese inoffizielle Einstimmung auf den documenta-Sommer beginnt um 18 Uhr und kostet 5 Euro Eintritt, dafür werden DJ-Musik und ein fliegendes Buffet geboten.

Für die Bar haben Nico Di Carlo und sein Team eine kleine Karte mit klassischen Cocktails geplant. Wein, Bier und andere Drinks werden ebenfalls im Angebot sein. In den vergangenen Wochen hat das Gastro-Team die öffentlichen Bereiche des Hotels aus längerem Dornröschenschlaf geweckt, Wände gestrichen, die Küchenausstattung in Ordnung gebracht und im Restaurantbereich oberhalb der Wendeltreppe eine Kaffee- und Frühstücksbar gebaut. Der 50er-Jahre-Charme ist dort schon wieder spürbar. „Das soll alles aber noch ein bisschen schöner werden“, sagt Di Carlo – etwa mit Kunst an den Wänden und einer zeittypischeren Bestuhlung der „Königsschänke“ mit ihren 48 Plätzen. Geplant seien auch Lesungen und kleine Livemusik-Auftritte während der documenta-Zeit, Firmen und andere Gesellschaften sollen die Möglichkeit haben, den Restaurantbereich auch komplett zu mieten.

Der Hotelbetrieb für die Künstler läuft unterdessen auf Sparflamme. Empfangschefin Ute Hengstermann bewältigt das zurzeit weitestgehend allein, wie sie sagt. (Axel Schwarz)

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