Frust an Kasseler Uni: Studenten fordern bessere Lernbedingungen

Protest: 634 Kasseler Studenten, darunter Tamara Schmitt (von links), Johannes Meyer und Bastian Heß, fordern von der Hochschulleitung mehr Dozenten und Lehrveranstaltungen.

Kassel. Protest an der Uni: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“, so schallte es Mittwochmittag durch die Präsidiumsetage der Universität Kassel.

Etwa 100 Studenten des Fachbereichs Geistes- und Kulturwissenschaften protestierten lautstark gegen schlechte Studienbedingungen an ihren Instituten und übergaben der Hochschulleitung eine von 634 Studenten unterschriebene Petition. Darin fordern sie die Hochschulleitung auf, mehr Dozenten einzustellen, da das Lehrangebot die vorhandene Nachfrage bei Weitem nicht mehr decken könne.

Kaum hat das Sommersemester begonnen, macht sich unter Studenten der Anglistik, Germanistik, Romanistik, Philosophie und Theologie Frust breit: Viele seien aus ihren Seminaren verwiesen worden, weil die Räume zu klein seien, selbst große Hörsäle seien überfüllt, hieß es am Vormittag auf einer kurzfristig von der Fachschaft einberufenen Vollversammlung.

Obwohl zeitgleich Lehrveranstaltungen stattfanden, kamen 250 Studenten ins Foyer des Fachbereichsgebäudes an der Kurt-Wolters-Straße. „Wir vom Asta unterstützen die Forderungen der Fachschaft und fordern das Präsidium auf, konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Lehre zu machen“, sagt Sebastian Weise-Kusche, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses. Ihre Forderungen nach einem größeren Lehrangebot und mehr Lehrkräften übergaben die verärgerten Studenten im Anschluss an die Versammlung Vizepräsident Prof. Dr. Andreas Hänlein und Kanzler Dr. Robert Kuhn schriftlich.

„Über eine Aufstockung von Professuren muss zwar das Land Hessen entscheiden“, sagt Tamara Schmitt von der Fachschaft. Die Universitätsleitung solle sich jedoch dafür einsetzen, dass die Probleme an der Uni Kassel beim Land thematisiert werden. Außerdem könne das Präsidium im Bereich des universitären Mittelbaus selbst neue Planstellen errichten, sagt die 21-jährige Anglistik- und Germanistikstudentin. Zeitlich befristete Verträge für Aushilfsdozenten seien jedoch nicht weiter akzeptabel, heißt es in dem Schreiben.

Vier Wochen Frist haben die Studenten dem Präsidium gesetzt, ihre Forderungen zu erfüllen. Tamara Schmitt ist skeptisch: „Wir rechnen damit, dass wir die Proteste ausweiten müssen und es in vier bis fünf Wochen zu einer erneuten Vollversammlung kommt.“ Dann werde die Fachschaft beim Dekanat für die Zeit während der Versammlung Veranstaltungsausfall im gesamten Fachbereich beantragen: „Dann werden wir noch viel mehr sein.“ (psn)

Das sagt die Universität

„Wir meinen, dass die Kapazitäten in dem Fachbereich stimmen“, sagt Prof. Dr. Andreas Hänlein, Vizepräsident für Studium und Lehre der Uni Kassel. Das Präsidium wolle der geäußerten Kritik nach Ostern nachgehen. „Wir werden uns sehr zeitnah mit dem Dekanat und Studierendenvertretern zusammensetzen“, kündigt er an. (psn)

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