Führung der Kasseler Berufsfeuerwehr gerät ins Wanken

Kassel. Der Streit in der Führungsetage der Kasseler Berufsfeuerwehr hat auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Bürgermeister Jürgen Kaiser auf den Plan gerufen.

Zu ihrer Amtseinführung im Juni 2011 schien ihr Verhältnis noch ungetrübt: Norbert Schmitz, Amtsleiter der Kasseler Berufsfeuerwehr, und sein Stellvertreter Andreas Giller formulierten hohe Ansprüche an sich: Feuerwehrleute müssten „teamfähig“ sein und ihren „Kollegen blind vertrauen“ können, sagte Schmitz damals.

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„Das ist wie bei Seeleuten“, ergänzte Giller. Nun sind die beiden in Seenot geraten. Offenbar hat ihr Konflikt auch Auswirkungen auf die 245 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr. Denn der Personalrat und der Feuerwehrdezernent und Bürgermeister Jürgen Kaiser mussten eingreifen. Auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen führte vergangenes Jahr Gespräche mit den Betroffenen.

Dabei sollen mit beiden Vereinbarungen getroffen und eine Frist gesetzt worden sein, innerhalb derer diese erfüllt werden müssen. Um die Zusammenarbeit zu verbessern und die Abläufe neu zu ordnen, liefen bereits seit Anfang 2013 „verschiedene Personalentwicklungsmaßnahmen“ bei der Feuerwehr, teilt die Stadt mit. Die für die Feuerwehr zuständige Generalsekretärin der Gewerkschaft Ver.di, Gisela Horstmann, weiß um die Auseinandersetzungen zwischen Personalrat und Amtsleitung.

„Ich hoffe, dass die Angelegenheit nicht weiter eskaliert. Die Probleme ziehen sich schon eine ganze Weile hin und jetzt ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten offen für eine Lösung zeigen“, sagt Horstmann. Ver.di werde die Verhandlungen lediglich begleiten und dem Personalrat beratend zur Seite stehen.

Unstimmigkeiten hatte es zuletzt auch darüber gegeben, dass die Tätigkeiten einiger Feuerwehrbeamter für den seit 1988 bestehenden Feuerwehrverein und ihre Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr nicht klar voneinander getrennt waren. Deshalb will die Stadt die Zusammenarbeit zwischen Verein und Berufsfeuerwehr neu ordnen.

Nach HNA-Informationen waren Beamte wiederholt für Arbeiten für den Verein abkommandiert worden. Die Stadt weist diese Darstellung zurück. Die Mehrzahl der Berufsfeuerwehrleute gehöre ohnehin auch dem Verein an.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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