Staatsanwalt fordert bis zu acht Jahre Haft

Fünf Drogenhändler sollen ins Gefängnis

Kassel. Im Großprozess um 600 Kilogramm in Weinkisten nach Deutschland geschmuggeltes Marihuana hat das Kasseler Landgericht am Donnerstag nach gut vier Monaten Verhandlung das erste Plädoyer gehört.

Für fünf der Angeklagten forderte der Staatsanwalt Haftstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Für den sechsten Mann hielt er eine Bewährungsstrafe für angemessen. Die Angeklagten hätten sich der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge beziehungsweise der Beihilfe zu diesen Taten schuldig gemacht, argumentierte er. Der Wirkstoffgehalt der Lieferung habe den Grenzwert der „nicht geringen Menge“ um das 8000-Fache überstiegen.

Den ursprünglich gegen einen 48-jährigen Angeklagten aus Offenbach erhobenen Vorwurf, er habe andere zu der Drogen-Großlieferung angestiftet, ließ der Staatsanwalt aber fallen: Die Lieferanten seien auch ohne Zutun des 48-Jährigen zur Tat entschlossen gewesen.

Der 48-Jährige habe 40 bis 50 Kilogramm erhalten sollen, habe die Lieferung aber nicht mit gesteuert, so der Staatsanwalt. Am Ende habe der Mann sich allerdings noch bereit erklärt, die ganze Lkw-Ladung in seiner Halle in Thüringen zu lagern. Für seine Taten seien dreieinhalb Jahre Haft angemessen.

Eine lange Haftstrafe von acht Jahren forderte der Staatsanwalt hingegen für den Angeklagten aus Lohfelden. Der Offenbacher hatte dessen Rolle als die eines Dolmetschers beschrieben. Der Staatsanwalt aber sah in ihm den „primären Ansprechpartner“ der albanischen Marihuana-Lieferanten und deren „Gewährsmann“ in Deutschland.

Die ersten Verteidiger-Plädoyers werden für den 6. Februar erwartet. Ein Marathon von bis zu acht weiteren Verteidiger-Schlussvorträgen ist dann für den 20. Februar geplant. Für den 27. Februar peilt das Gericht derzeit die Urteilsverkündung an. (kaj)

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