Stadt stellt Bevölkerungsprognose bis 2030 vor: Einwohnerzahl sinkt langfristig

Fünf Stadtteile wachsen

KAssel. Bis zum Jahr 2030 wird in fünf Kasseler Stadtteile die Einwohnerzahl steigen, in den übrigen nimmt sie ab. Davon geht eine aktuelle Prognose der Fachstelle Statistik der Stadt Kassel aus. Das Besondere: Die Prognose stellt nicht nur die Bevölkerungsentwicklung für die Gesamtstadt, sondern erstmals auch die Verteilung auf die 23 Stadtteile dar.

Demnach wird Philippinenhof / Warteberg bis 2030 (+ 315) am meisten zulegen. Den größten Verlust hat Nord Holland (- 778) zu verzeichnen (siehe Tabelle). Insgesamt wird die Bevölkerung in Kassel in den kommenden vier Jahren zunächst leicht ansteigen und bis 2030 im günstigsten Fall um 6387 Einwohner zurückgehen.

Letzten vier Jahre untersucht

Die Ergebnisse stellten Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Dr. Joachim Bendix, Leiter des Personal- und Organisationsamts, und Jürgen Wittig, Sachgebietsleiter Statistik und Haushalt im Personal- und Organisationsamt, gestern vor. Die Prognose basiert auf der Entwicklung der vergangenen vier Jahre. Ausgewertet wurden in jedem Altersjahrgang die Geburten und Sterbefälle sowie die Zu- und Wegzüge, getrennt nach Geschlechtern. Die Auswertung berücksichtigt Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Kassel haben.

Da insgesamt mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen ist, wird auch der Pool (40 Prozent aus Nordhessen, 60 Prozent andere Gebiete), aus dem sich Zuzüge nach Kassel speisen, immer geringer.

„Die Vorausberechnung ist jedoch keine präzise Vorhersage, sondern bildet vielmehr einen Trend ab“, betont Wittig. Bis zu 300 000 Datensätze aus den vergangenen vier Jahren wurden dafür ausgewertet. Außerdem weist er darauf hin, dass die Genauigkeit bei der Berechnung kleinerer Einheiten abnimmt. „Die Stadtteilergebnisse sind daher nicht so belastbar wie die Ergebnisse für die Gesamtstadt“, erklärt Wittig. Laut Hilgen kann das auf die Stadtteile bezogene Datenmaterial eine wichtige Arbeitsgrundlage für kommunale Entscheidungen etwa bei der Straßenplanung, dem Straßenbau oder Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen sowie Angeboten für Senioren sein.

Nordstadt: Hohe Fluktuation

Gründe für steigende oder sinkende Einwohnerzahlen in den einzelnen Stadtteilen lassen sich laut Wittig nicht pauschal ermitteln. „In Nord Holland ist der Rückgang der Einwohner auf eine hohe Fluktuation zurückzuführen“, sagt er. In Philippinenhof seien seit Jahren durchgängig mehr Zu- als Wegzüge zu verzeichnen.

Die Prognose stellt darüber hinaus die zu erwartenden Änderungen in der Altersstruktur dar. So sinkt der Anteil der Menschen in den Altersgruppen bis 64 Jahre, der Anteil der Menschen in den Altersgruppen darüber steigt.

2014 soll es eine Aktualisierung der Ergebnisse geben. Bis dahin rechnet Wittig damit, dass die Ergebnisse des Zensus 2011 und absehbare Verbesserungen in der Prognosesoftware eine höhere Prognosesicherheit geben. (mkx) Mehr im Internet auf www.stadt-kassel.de

Von Mirko Konrad

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