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Antimilitaristisches Bündnis wirbt mit Aufklebern im documenta-Design

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Von: Christina Hein

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Im Stil des documenta-Designs: Werbung für das Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen“ in der Goetheanlage.
Im Stil des documenta-Designs: Werbung für das Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen“ in der Goetheanlage. © Peter Gratzer/nh

Das antimilitaristische Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ wirbt mit Aufklebern im documenta-Design.

Kassel – Sie machen mit allerhand Plakaten, Bannern sowie verschiedenen Flyern und Stickern auf sich und ihre Veranstaltungen aufmerksam. Die antimilitaristischen Aktivisten des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“, die zurzeit ein Protestcamp in der Goetheanlage aufgebaut haben, wollen mit möglichst vielen Menschen in Kontakt treten.

Ein HNA-Leser hat dabei jetzt Aufkleber entdeckt, die aussehen, als seien sie von der documenta fifteen hergestellt worden. Es gibt sie in den kräftigen d 15-Farben und im markanten Corporate-Design der Kunstschau mit den stilisierten Händen und der schnörkeligen Schrift. Inzwischen sind zahlreiche Laternenmasten damit beklebt. „Was hat es damit auf sich?“, fragte HNA-Leser Peter Gratzer. Er war auf Instagram darauf aufmerksam geworden: „Weiß das die d 15?“

Auf Nachfrage bei der Pressestelle von „Rheinmetall entwaffnen“ bekamen wir von Conni Lenert folgende Antwort: „Wir haben so viele Flyer, die unabhängig voneinander von verschiedenen Menschen gestaltet wurden, dass ich nicht sagen kann, wer der Urheber des Stickers ist. Wir begrüßen es grundsätzlich, dass sich viele an den Bekanntmachungen beteiligen und dazu aufrufen, uns zu besuchen.“ Viele Gruppen im Bündnis arbeiteten grafisch mit unterschiedlichen Layouts und Designs und in verschiedenen Sprachen. „Diese Vielfalt gefällt uns, weil sie das Bündnis widerspiegelt.“ Zur Copyright-Frage und ob das Ganze mit der documenta abgesprochen sei, könne sie nichts sagen. Es sei aber so, dass sich das Bündnis stark auf das documenta-Konzept Lumbung mit seinen sozialen Fragen, Beteiligungen und seiner Gemeinschaftlichkeit beziehe. „Das nehmen wir sehr ernst und finden es ganz toll“, sagt die Sprecherin und fügt hinzu: „Wir wünschten, es wäre unsere Idee gewesen.“

Die documenta-fifteen-Leitung scheint die Aneignung ihres Designs auf Werbemitteln des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“ indes (noch) relativ gelassen zu sehen. Das knappe Statement, das documenta-Sprecherin Henriette Sölter dazu abgibt, lautet: „Die Aktivitäten von Rheinmetall entwaffnen sind nicht Teil der documenta fifteen, und das Layout der Materialien wurde nicht mit uns abgestimmt.“

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