Fulda in der Winterstarre: Kasseler Feuerwehr warnt vor Betreten des Eises

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Zugefroren: Die Fulda hat im Stadtgebiet eine durchgehende Eisschicht. Viele haben die Dicke des Eises offenbar schon getestet, indem sie Steine darauf geworfen haben.

Kassel. Am Ufer der Fulda bietet sich derzeit ein ungewohntes Bild: Der Fluss scheint stillzustehen. Die Feuerwehr warnt aber ausdrücklich davor, das Eis zu betreten.

Dank vieler frostiger Nächte ist die Fulda im Stadtgebiet in den vergangenen Tagen zugefroren. Damit wird das bis zu vier Meter tiefe Gewässer auch zur Gefahr für all jene, die es leichtsinnig betreten. Die Feuerwehr warnt davor und trainiert seit einigen Tagen intensiv die Eisrettung.

„Wir hatten zum Glück in den vergangenen Jahren keinen Rettungseinsatz auf dem Eis mehr. Dennoch bereiten wir uns darauf vor. "Meine Kollegen üben derzeit die Eisrettung“, sagt Ralf Krawinkel von der Kasseler Feuerwehr. Auch Eisflächen auf Seen würden schon seit den 80er-Jahren in Kassel nicht mehr offiziell freigegeben.

Lediglich auf dem Lac hatte ein Gastronom in früheren Jahren Eislauf organisiert und Messungen der Eisdicke vorgenommen. Dieses Angebot gibt es aber auch nicht mehr – und dennoch tummeln sich dieser Tage Eisläufer auf dem See unterhalb des Schlosses.

Schlittschuhlaufen vor der Unterneustadt: Dieses Bild entstand in den 1930er-Jahren kurz vor der alten Fuldabrücke. Foto: HNA-Archiv

Eislauf hatte es in früheren Jahren sogar auf der Fulda gegeben. Etwa im Januar und Februar 1929 als das Thermometer auf bis zu Minus 23,1 Grad fiel und die Fulda über Wochen zur Schlittschuhbahn wurde. Das Eis wurde seinerzeit bis zu 70 Zentimeter dick. Um eine Überschwemmung nach dem Auftauen zu verhindern, ließ die Stadt einen Eisbrecher aus Bremen kommen, der den Fluss aus seiner Starre befreite.

Einen Eisbrecher braucht es aktuell nicht, um die Eisdecke zu knacken. Das Eis auf der Fulda sei trügerisch, sagt Krawinkel von der Feuerwehr. „Fließgewässer haben eine unterschiedliche Eisdicke. Auch Seen haben häufig Zu- und Abflüsse, weshalb das Eis nicht einheitlich dick ist.“

Dies ist auch aktuell zu beobachten. So ist das Eis in der Mitte der Fulda weniger stark zugefroren. Nur oberhalb des Wehres, wo das Wasser wegen der Stauung langsamer fließt, ist die Fulda überhaupt mit einer durchgehenden Eisschicht bedeckt. „Hinter dem Wehr in Richtung Hann. Münden gibt es zwar Eisschollen, aber keine Eisdecke“, heißt es aus dem Wasser- und Schifffahrtsamt.

Auch unter den Brücken gibt es noch Löcher im Eis, in denen sich die Wasservögel zusammenfinden. Die Brücken schirmen nachts die Kälte ab, weshalb die Eisbildung dort länger dauert.

Von Bastian Ludwig

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