Forderung nach neuer Teilstrecke

CDU will Kasseler Fulda-Promenade teilweise für Radfahrer öffnen

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CDU will Radler auf die Fulda-Promenade

Kassel. Es gab einen heftigen Streit in der Stadt Kassel, bevor Ende 2008 mit den Stimmen von SPD und Grünen der Bau des Fuldauferwegs beschlossen wurde. Nun gibt es eine neue Forderung:

Dr. Norbert Wett, Fraktionsvorsitzender der CDU, bezeichnete den Uferweg damals als „überflüssig wie ein Kropf“. Die in den Vereinen organisierten Ruderer befürchteten, dass es zu schweren Unfällen zwischen Wassersportlern und Fußgängern beziehungsweise Radfahrern auf der Promenade kommen könnte.

Deshalb verzichtete die Stadt damals auch - aus Kompromissgründen - auf den Bau eines Radwegs. Jetzt fordert ausgerechnet die CDU Niederzwehren, einen Teil der Uferpromenade in Höhe der Damaschkebrücke für Radfahrer freizugeben.

Hier die Grafik mit dem Weg-Vorschlag der CDU

Hintergrund dieser Forderung ist die „Radroute 1100“, die anlässlich des Stadtjubiläums erstellt worden ist. Die Route entlang der Stadtgrenzen soll nicht nur interessante Ziele kreuzen, sondern auch für Familien mit Kindern und ungeübte Radfahrer nutzbar sein.

Allerdings verläuft diese Route nicht so, wie sich das die Niederzwehrener CDU gewünscht hätte: Über die Giesenallee (Am Sportzentrum) mit Abzweigmöglichkeiten zum Ortskern des Stadtteils. Statt dieser Variante hat sich das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt für eine Streckenführung an den Messehallen entlang der B 83 entschieden.

Das Amt räumt ein, dass diese 800 Meter lange Route landschaftlich unattraktiver als die Führung über die Giesenallee ist. Für die Route spreche aber, dass sie sicherer sei, da sie den Bereich der Damaschkebrücke, deren Knotenpunkt Auedamm/Damaschkestraße/Am Sportzentrum umfahre. Diese Kreuzung sei für Radfahrer sehr gefährlich.

Und hier setzt der Vorschlag von Gerhard Rinder, Sprecher der Niederzwehrener CDU, an. In der Tat sei der Querungsverkehr in Höhe der Damaschkebrücke für Radfahrer problematisch.

Deshalb fordert er die Stadt auf, den Fuldauferweg, der unmittelbar am Ende der Giesenallee beginnt, auf einem Teilstück für Radfahrer freizugeben. Sobald die Radfahrer die Brücke unterfahren hätten, müssten sie wieder hoch auf den Radweg am Auedamm geführt werden.

Für diesen Zweck sollte die Stadt einen weiteren Querungsweg bauen. Damit die Radfahrer nicht - verbotswidrig - weiter auf dem Uferweg fahren würden, müsste an der Stelle ein Verbotsschild aufgestellt werden.

Rinder bezeichnet den Fuldauferweg übrigens als „wunderschön“. Die CDU habe den Bau der Promenade damals nur aus Kostengründen abgelehnt.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das sagt die Stadt

Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt weist den Vorschlag der CDU Niederzwehren zurück. Die Kosten (etwa 20 000 Euro) für den Neubau eines Teilstücks, das vom Ufer- hoch zum Radweg führt, stünden in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, sagt Mitarbeiterin Theresa Maiwald.

Sie bezweifelt auch, dass Radfahrer, die einmal auf die Promenade geleitet worden sind, zurück auf den Auedamm führen.

Um den Bereich für Radfahrer zu entschärfen, wolle die Stadt nach dem Hessentag eine Mittelinsel auf die Kreuzung als Querungshilfe bauen. Solch eine Insel (Breite 2,50 Meter) sei mit Kosten von etwa 5000 Euro vergleichsweise günstig, sagt Gerhard Späth.

Der Radverkehrsbeauftragte weist daraufhin, dass die Damaschkebrücke in etwa fünf bis zehn Jahren ohnehin erneuert werden müsse. Dann werde man eine ordentliche Lösung für alle finden. (use)

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