Bauwerk wird wieder untersucht

Zukunft der Fulda-Schleuse: Minister sagt Hilgen ab

Kassel / Berlin. Wie geht es mit der Fulda-Schleuse weiter? Seit Jahren wissen Wassersportler und Ausflugsschifffahrt in Kassel nicht, ob die Stadtschleuse eine Zukunft hat.

Bei ihren jüngsten Bemühungen ließ jetzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Stadt Kassel im Regen stehen.

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Das berichtete Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung, nachdem sich Heinz-Gunter Drubel (FDP) nach dem aktuellen Stand erkundigt hatte. Im Zusammenspiel mit Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sei es gelungen, einen Termin bei Dobrindt zu bekommen, sagte Hilgen. Doch kurzfristig habe das Verkehrsministerium das Treffen zunächst ersatzlos abgesagt.

Nun hoffe er auf einen neuen, dann aber erfolgreicheren Anlauf für ein Gespräch. Bei allen Bemühungen stimme er sich weiter eng mit Kühne-Hörmann ab, sagte der Oberbürgermeister. Er wolle auf alle Unterstützer und Mitstreiter zugehen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Historische Ansicht der Schleuse

Zugleich stellte Hilgen klar, dass es für die Stadt keine Option sei, die Schleuse – wie vom Bundesverkehrsministerium vorgeschlagen – zu übernehmen. Abgesehen von den jährlichen Betriebskosten sei mit Investitionen für die Sanierung von mindestens drei Millionen Euro zu rechnen. Der Einbau einer neuen, kleineren Schleuse würde insgesamt rund sechs Millionen Euro kosten.

Ein finanzielles Engagement lehnt Hilgen aber auch deshalb ab, weil der Unterhalt der Schleuse Sache des Bundes sei. „Das wäre genauso, als wenn wir die Schlaglöcher in den Bundesautobahnen stopfen müssten, die auf dem Stadtgebiet verlaufen“, sagte Hilgen.

Vertrag von 1952

Die Stadt beruft sich auf den 1952 geschlossenen Vertrag zwischen Stadt und Bund und die damals festgelegten Unterhaltsverpflichtungen, die auch den Betrieb, die Bedienung und die Unterhaltung der Schifffahrtsschleuse umfassten. Der Bund sieht sich jedoch offenbar nicht in der Pflicht, die Schleuse dauerhaft zu erhalten und zu betreiben, wie aus einem Schreiben an die Stadt hervorging.

Die über 100 Jahre alte Stadtschleuse ist in einem schlechten Zustand und soll nur noch bis 2016 betrieben werden. Ob sie in der kommenden Saison noch einmal die Tore öffnen kann, hängt vom aktuellen Zustand des Bauwerks ab. Dieser wird im Herbst und Frühjahr vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Hann. Münden untersucht. Dazu werden nacheinander die beiden Tor-Häupter trockengelegt. „Erst danach können wir sagen, wie es in der nächsten Saison weitergeht“, sagt WSA-Leiterin Katrin Urbitsch. (clm/hei)

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