Ehemalige Spitzensportler des Wasserskiclub Alt Kassel (WAK) trafen sich nach 50 Jahren

Fulda war ein Wasserski-Paradies

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Wasserski auf der Fulda: Vorn im Boot Ralph Edelmann, der auch als Trainer für den WAK gearbeitet hat, hinten Werner Michel, Hermann Kaske und Peter Saalfeld.

Kassel. Ein gutes Ergebnis gegen die Besten der Welt im Wasserski, das war sein größtes Ziel. Vor 50 Jahren erfüllte sich Ralph Edelmann diesen Traum mit Platz elf bei der WM in Australien. 20 Jahre alt war der vielseitige Sportler aus Kassel damals.

Jetzt hat er ein Treffen mit einigen der Weggefährten vom Wasserskiclub Alt Kassel (WAK) organisiert. Jede Menge Meistertitel kamen da zusammen, denn in den 1960er-Jahren war Kassel eine Hochburg im deutschen Wasserskisport.

Trafen sich im Restaurant Karlshospital: Der ehemalige WAK-Vorsitzende Charly Fernau (von links), Waltrud Füher (ehemals Niebergall), Werner Reise, Ralph Edelmann und Rolf Appel vom Meisterteam aus dem Jahr 1962.

Ralph Edelmann lebt seit vielen Jahren in Straubing (Bayern), die Familie betreibt in Kassel ein Fahrradgeschäft. Er erinnert sich noch an spektakuläre Sprünge und schweißtreibende Trainingseinheiten auf der Fulda vor dem alten Polizeipräsidium am Altmarkt. Mit Waltrud Niebergall, Rolf Appel, Rudi Zerfaß, Walter Hensler und Werner Reise holte er 1962 die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Die Trainingsmöglichkeiten waren nahezu ideal. Warum das damals funktionierte? „Wir hatten viele heimische Geschäftsleute im Verein und als Sponsoren“, sagt Ralph Edelmann. Das Training für die jungen Wassersportler sei damals kostenlos gewesen. Weder für die Ausrüstung noch für die Boote und den Sprit habe man zahlen müssen. So sei eine optimale Talentförderung betrieben worden.

In Aktion: Ralph Edelmann schaffte es von der Fulda in Kassel bis zu den Weltmeisterschaften in Australien. Das war vor 50 Jahren.

Davon hat auch Ralph Edelmann profitiert, der bis dahin im Wintersport aktiv war. Unter anderem sprang er ziemlich weit von der Ziegenkopfschanze im Habichtswald. Eine gute Voraussetzung für die Sprünge auf dem Wasser sei das gewesen, sagt er. Mit Teilnahmen bei mehreren Weltmeisterschaften, vielen nationalen Titeln und einem dritten Platz bei der Europameisterschaft war er einer der herausragenden WAK-Aktiven.

Gewagter Sprung: Vor dem mittlerweile abgerissenen Polizeipräsidium am Altmarkt entstand diese Aufnahme.

Die hatten unter anderem beim Zissel ein großes Publikum. Damals habe man die Wasserski-Show noch nicht hinter dem Auebad, sondern in Höhe der Fuldabrücke gemacht. Die sei schwarz vor Menschen gewesen. „Eigentlich schade, dass das heute nicht mehr gehen soll“, sagt er. Überhaupt seien die Auflagen für die Wasserskisportler in Kassel besonders streng, ein vernünftiges Training im Gegensatz zu früher kaum möglich.

In seiner Wahlheimat Straubing ist er dem Sport treu geblieben. Er betreut den mit 1200 Metern längsten Wasserskilift weltweit. Wenn er einen gestürzten Läufer mit dem Boot aus dem Wasser holt, hat er den einen oder anderen Tipp parat. Gelernt ist halt gelernt.

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