Fuldapegel sinkt: Uferbereiche und Straßen überspült

Fuldauferweg unter Wasser: Die neue Promenade hat ihren ersten Härtetest. Wenn das Wasser weiter zurückgegangen ist, wird man sehen, ob es Schäden gibt.

Kassel. Am Montag kam es am Rechtsabbieger von der Dresdener Straße zur Hafenbrücke noch zu Behinderungen. Mittlerweile sind aber alle Sperrungen von der Polizei aufgehoben, da der Fuldapegel weiter sinkt.

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Bei dem großen Hochwasser am 24. Januar 1995 stand der komplette Platz der Deutschen Einheit (Großer Kreisel) unter Wasser. Damals wurde als Höchststand am für Kassel maßgeblichen Pegel in Guntershausen ein Wert von 5,07 Metern gemessen.

Fuldauferweg unter Wasser: Die neue Promenade hat ihren ersten Härtetest. Wenn das Wasser weiter zurückgegangen ist, wird man sehen, ob es Schäden gibt.

Diesmal erreichten die Fluten 4,41 Meter am Sonntagnachmittag. Montag waren es noch 3,93 Meter. „Kassel ist relativ glimpflich davongekommen“, sagt Dr. Martin Marburger, der beim Regierungspräsidium für den Hochwasserschutz zuständig ist. Mit ein Grund dafür: Die Staustufe Wahnhausen wurde am Sonntag komplett geöffnet. Viele Fulda-Anrainer waren am Sonntag schon früh von der Feuerwehr alarmiert worden. Mitglieder der Wassersportvereine schlüpften flugs in Gummistiefel und Wathosen, um Vereinsgelände und Bootshäuser zu schützen.

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Beim Motor-Yacht-Club Kassel (MYC) hatten die Mitglieder alle Hände voll zu tun, die bereits im Herbst aufs Ufer beförderten Stege noch weiter zu sichern. Nur mit Spezialausrüstung wie Tauchanzügen gelang es noch, bereits überflutete Uferbereiche zu erreichen. Die Flut war überraschend schnell gekommen. „Am Samstagabend stand das Wasser noch etwa 30 Zentimeter unter der Ufermauer“, sagte MYC-Vorsitzender Karl-Heinz Rümenapp.

Walzenwehr offen

Gegenüber, beim CSK 98 am Auedamm 15, stand mittags das Vereinsgelände samt drei Tennisplätzen unter Wasser. „Aber wir haben echt Glück gehabt“, sagt CSK-Vorsitzender Matthias Gehrhardt. Einen Zentimeter unterhalb der Türschwellen zum Vereinsheim blieb die Flut stehen.

Die Räume im Untergeschoss blieben trocken. Sicherheitshalber hatten Vereinsmitglieder aber bereits 100 Sandsäcke vor den Türen aufgestapelt.

Unterhalb der Schleuse wurde die Baustelle für die neue Hafenbrücke gesichert. Die Walzen des neben der Schleuse liegenden Wehrs waren ganz hochgefahren worden, um den Abfluss des Wassers zu erleichtern, erläutert Rolf-Dieter Summa vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden. Mitarbeiter des Amtes waren auch gestern den ganzen Tag im Einsatz, um Wehre, Schleusentore und Brückenpfeiler von angeschwemmtem Treibgut zu befreien. Es trieben nicht nur Baumstämme und Schwimmstege in Richtung Weser, sogar ein Hochsitz wurde gesichtet. Nicht nur solch sperriges Treibgut, auch die starke Strömung ist eine große Gefahr für Kanu-Fahrer, die sich dennoch aufs Hochwasser wagten.

Auch wenn sich die Lage entspannt hat, gibt der Chef der Kasseler Berufsfeuerwehr, Karl-Heinz Krütt, noch keine Entwarnung. Für Mitte der Woche seien weitere Regenfälle angekündigt. Außerdem sei damit zu rechnen, dass vom Edersee Wasser abgelassen werde. Die Fulda bleibe sicher noch einige Tage gut gefüllt. (tos/hei/ach)

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