Fundsachen müssen abgegeben werden

Frau steckt Geldbörse mit 1000 Euro ein und wird gefilmt: Polizei fahndet

Kassel. Eine Frau steckte am Mittwoch in einem Markt in der Kasseler Nordstadt eine gefundene Geldbörse ein. Dabei wurde sie gefilmt.

Aktualisiert um 15.58 Uhr - Das Sprichwort „Ehrlich währt am längsten“ hat sich eine Frau, die am Mittwoch ein Portemonnaie gefunden hat, nicht zu Herzen genommen. Jedenfalls sucht die Polizei jetzt nach einer kräftigen Frau, die an dem besagten Tag eine weiße Strickjacke, eine schwarze Hose, große Ohrringe trug und sich in einem Lebensmittelmarkt an der Holländischen Straße 69 (Nordstadt) aufhielt.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner beobachtete die unbekannte Frau gegen kurz vor 10 Uhr, wie ein Restaurantbetreiber an der Kasse des Marktes nach dem Bezahlen seine Geldbörse verlor. Wie die Videoaufnahmen aus dem Markt später zeigte, schaute sich die Frau danach absichernd um, bückte sich nach der Geldbörse und ließ sie in ihrer Tasche verschwinden. Anschließend verließ sie den Markt mit dem unterschlagenen Portemonnaie, in dem über 1000 Euro waren.

Wie der 56-jährige Restaurantbetreiber später Beamten des Polizeireviers Mitte berichtete, hatte er in dem Markt Waren für sein Lokal gekauft. Erst nachdem er das Geschäft verlassen habe, sei ihm aufgefallen, dass er sein Portemonnaie verloren hatte.

Die Nachfrage in dem Markt ergab, dass eine Videokamera vorhanden ist. Beim Betrachten der Bilder war eine kräftige Frau, 1,60 bis 1,70 Meter groß mit braunen, gesträhnten, längeren Haaren, die zum Dutt gebunden waren, zu erkennen. 

Hinweise auf die Frau an die Polizei unter Tel. 05 61/9100.

Fundsachen müssen abgegeben werden

Wer ein Portemonnaie oder einen anderen Gegenstand findet, darf diesen nicht behalten. Der Finder ist verpflichtet, das Fundstück dem Besitzer wieder zu geben. Ist dem Finder der Eigentümer nicht bekannt, muss er seinen Fund bei der Polizei oder im Fundbüro melden. Wer einen gefundenen Gegenstand nicht meldet, macht sich der Unterschlagung schuldig und muss mit möglichen rechtlichen Konsequenzen wie einer Geldbuße oder im Extremfall sogar mit einer Haftstrafe rechnen. 

Der ehrliche Finder hat aber nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte: Er kann auf einen gesetzlichen Finderlohn und sogar auf einen Ersatz für seine berechtigten Aufwendungen bestehen. Der Finderlohn beträgt bei Sachen, die bis zu 500 Euro wert sind, fünf Prozent. Für Summen über 500 Euro gibt es drei Prozent. Wird der Fundartikel nach der gesetzlich vorgeschriebenen sechsmonatigen Aufbewahrungsfrist nicht abgeholt, so erhält der Finder ihn – mit Ausnahme von Schlüsseln, die vernichtet werden.

Rubriklistenbild: © Pixabay

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.