Kasseler Verkehrsgesellschaft hat sich auf Schnee und Glätte vorbereitet

KVG: Nur bei extremer Witterung lange Wartezeiten

Die Funken fliegen: Der orangefarbene Schienenpflegezug ist im Winter oft im Dauereinsatz, vor allem, um die Oberleitungen von Raureif und Eis zu befreien. Archivfoto: KVG AG / Wiedemann / nh

Kassel. Schnee, Eis und Kälte: Im vergangenen Jahr bescherte die weiße Weihnacht den Fahrgästen der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) an Heiligabend und dem ersten Feiertag teils lange Wartezeiten. Das soll dieses Jahr nicht passieren.

Das Verkehrsunternehmen will noch besser vorsorgen. Im KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe entsteht ein eigenes Streusalzdepot. „Damit treffen wir Vorsorge, falls die Stadtreiniger Kassel unsere Nahverkehrsspuren aufgrund von Salzknappheit nicht mehr streuen können“, erklärt Harald Gerk vom Bereich Infrastruktur der KVG.

Täglich fahren im Durchschnitt weit über 100 000 Menschen in den Bussen und Bahnen der KVG. Bis zu 15 zusätzliche Mitarbeiter sind nach KVG-Angaben bei extremer Witterung in Rufbereitschaften eingeteilt und bei Bedarf in Schichtdiensten rund um die Uhr im Einsatz.

Wenn nichts mehr geht, wird die KVG, vor allem auf Strecken mit starkem Gefälle wie in Harleshausen oder im Stadtteil Philippinenhof, ihr abgestuftes Ersatzverkehrskonzept starten. Das sieht zunächst den Ersatz der 28 Tonnen schweren Schubgelenkbusse durch die leichteren 18-Tonnen-Solobusse vor und schließlich den Einsatz von Taxen (AST).

Ergänzt werden sie bei Bedarf durch Funkwagen der KVG-Leitstelle, in denen Fahrgäste befördert werden. Bei allem Einsatz von Personal und Technik, sagt KVG-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig, gelte jedoch: „Sicherheit geht vor.“

Bei extremer Witterung müssten Fahrgäste mit Verspätungen oder Ausfällen rechnen. „Wenn Straßen oder Gleisanlagen nicht mehr geräumt und gestreut werden können, ist es unverantwortlich, dort Busse und Bahnen fahren zu lassen.“

Für den Winterdienst auf den Gleisanlagen, auf denen zum Teil auch Busse unterwegs sind, sind die Stadtreiniger zuständig. Damit die Schienen befahrbar bleiben, lässt die KVG ihren Schienenpflegezug durch das Netz touren. Der orangefarbene Triebwagen ist hauptsächlich unterwegs, um die Oberleitungen frei zu fahren. Eine Kohlenschleifleiste knackt dabei mit einem Druck von zehn Kilogramm das Eis und entfernt Raureif, damit die Bahnen während ihrer Fahrt konstant mit Strom versorgt werden.

In jedem Winter legt der Schienenpflegezug im Tramnetz der KVG 5000 Kilometer zurück. Besonders spektakuläre Bilder bieten sich dabei auf Tramstrecken mit hoher Luftfeuchtigkeit und starken Temperaturunterschieden wie etwa im Lossetal und im Druseltal.

Die Weichen im Gleisnetz werden elektrisch beheizt. Bis zu 20 Grad Minustemperaturen sind für sie kein Problem. Bei noch mehr Minusgraden oder wenn Fahrzeuge den Schnee in den Anlagen verdichten, ist jedoch Muskelkraft gefragt: Dann rücken Mitarbeiter der KVG mit Werkzeugen, Bunsenbrennern und Streusalz den kalten Massen zu Leibe. (els)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.