Fusion bedroht Standorte

Verschmelzung von Bau- und Immobilienmanagement: SPD befürchtet Jobabbau

Kasseler Standort: In einer Villa an der Goethestraße im Vorderen Westen hat das Hessische Baumanagement seinen Standort. Wie es unter anderem dort weitergeht, soll sich demnächst entscheiden. Archivfoto: Koch

Kassel / Wiesbaden. Mehr Details über die Zusammenlegung zweier Landesbehörden fordert die SPD. Denn bei der geplanten Fusion von Bau- und Immobilienmanagement fürchten die Sozialdemokraten im Landtag einen Abbau von Arbeitsplätzen sowie die Schließung von Standorten.

Das könnte auch für die Niederlassungen in Kassel sowie die Außenstellen Bad Arolsen, Bad Hersfeld und Schwalmstadt gelten, teilte der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Decker mit. Eine so umfangreiche Reform, „von der landesweit 22 Dienststellen mit circa 2000 Beschäftigten betroffen sind, kann nicht im stillen Kämmerlein vorangetrieben werden“, sagte Decker. Nach seinen Informationen sollen bis 2016 etwa 80 bis 100 Stellen wegfallen. Laut Decker arbeiten in den Kasseler Standorten der beiden Behörden zusammen etwa 230 Beschäftigte. Deswegen habe die SPD einen Berichtsantrag eingebracht.

Pressesprecher Ralph-Nicolas Pietzonka bestätigte auf Anfrage entsprechende Überlegungen im hessischen Finanzministerium. Allerdings äußere sich das Ministerium dazu erst öffentlich, wenn im Parlament informiert worden ist. Der Berichtsantrag der SPD stehe bei der Sitzung des Haushaltsausschusses am kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung.

Die SPD lehne eine mögliche Zusammenlegung der beiden Behörden nicht grundsätzlich ab. „Solche Reformen machen nur Sinn, wenn für alle Beteiligten damit ein tatsächlicher Fortschritt verbunden ist“, sagte Decker. „Was wir nicht wollen, ist, dass die Fusion zum weitgehenden Rückzug aus einzelnen Regionen und zu Einbußen in der fachlichen Qualität der Aufgabenwahrnehmung führt.“

Genau daran hat die SPD Zweifel. Wenn wegen wegfallender Stellen mehr Aufträge vergeben werden müssen, könnte das am Ende teurer werden. Decker verweist auf Auswertungen in Nordrhein-Westfalen. Danach seien Baunebenkosten bei einer vergleichbaren Behördenzusammenlegung durch Fremdvergaben auf das Doppelte gestiegen. (clm)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.